Konkret Literatur Verlag Hamburg
140 Seiten, broschiert
EUR 12.50 | SFr 23.00
ISBN 3-89458-241-8

Genre: Erfahrungsbericht



Klappentext:

“Allein auf der Flucht“ ist die bewegende Geschichte eines Jungen, der nur eines wünscht: in Frieden zu leben.
Aufgewachsen im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka, gelingt es seiner Mutter, ihm im Alter von zwölf Jahren mit Hilfe von Schleppern die Flucht zu ermöglichen. Sein in Deutschland lebender Onkel will ihn aufnehmen. Allein reist er zunächst nach Singapur. Was folgt, ist eine Odyssee, die ihn erst über viele Umwege zum Ziel führen wird.
Anschaulich schildert Umes die Einzelheiten seiner Flucht und gibt Einblicke in ein weitgehend unbekanntes Thema. Die Hintergründe des Bürgerkrieges auf Sri Lanka werden ebenso beleuchtet wie die Situation von Kinderflüchtlingen und jungen Ausländern in Deutschland.
Umeswaran Arunagirinathans Bericht soll Aufmerksamkeit erzeugen für ein von der westlichen Welt weitgehend ignoriertes Problem: Der Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen auf der Urlaubsinsel Sri Lanka dauert an, die Kämpfe und das Elend der armen Bevölkerung kosten fast täglich Menschen das Leben. Gleichzeitig ist sein Bericht ein Plädoyer für Toleranz und eine Geschichte, die Mut machen soll.

Der Autor
Umeswaran Arunagirinathan wurde 1978 auf Sri Lanka geboren. Er lebt heute in Lübeck und studiert dort Medizin. (Anm.: Stand 2006)



Rezension:

Eigentlich würde der Klappentext als Rezension ausreichen – er sagt bereits viel darüber aus, worum es in dem Buch geht. Und doch muss noch vieles zusätzlich erwähnt werden, was dieses Buch auszeichnet. Und um vieles zu begreifen, muss man das Buch selbst in die Hand nehmen und lesen.

Arunagirinathan ergreift in seinem biographischen Bericht über seine Flucht aus seinem Heimat- in ein ihm unbekanntes Land den Leser mit Einblicken in die Kultur und Mentalität sowie persönlichen Eindrücken und Erfahrungen, außerdem vermittelt er Wissen und Fakten die Tamilen betreffend. Dieses Buch ist weder ein Roman noch ein Lexikon, sondern ein geschickt geflochtenes Zusammenspiel von beidem.
Mit zwölf Jahren von seiner Mutter auf die Flucht geschickt, durchquert Arunagirinathan mehrere Kontinente, um nach knapp acht Monaten von einem Onkel in Hamburg aufgenommen zu werden. Seine Reise schildert der Autor sehr einfühlsam und eindrucksvoll, manches Mal spürt man sehr stark die Verzweiflung, dass er seine Familie (unter anderem die Eltern und die geliebten Großeltern) zurücklassen musste und nicht in Kontakt mit ihnen treten konnte, und die Angst, entdeckt und nach Hause geschickt zu werden, zwischen den Zeilen.

Man merkt dem Buch nicht an, dass Deutsch nicht die Muttersprache Arunagirinathans ist. Ob dabei das Lektorat eine sehr gute Arbeit geleistet oder der Autor selbst die Sprache so verinnerlicht hat, sei dahin gestellt. Mit einfachen Worten schafft dieses Buch eine bedrückende Stimmung, als Leser hat man mehrmals einen Kloß im Hals.
Was als traumhaftes Urlaubsparadies bekannt ist, wird in „Allein auf der Flucht“ als Kriegsgebiet bekannt gemacht. Ein Krieg, der auch viele Jahre nach dem Weggang des Autors tobt und vielen Bürgern das Leben kostet oder zur Hölle macht.



Fazit:

„Allein auf der Flucht“ ist ein Reisebericht, der hinter die Kulissen blicken lässt; ein Erfahrungsbericht, der mitreißt; eine Erzählung, die nachdenklich macht und die Augen öffnet. Jeder, der Sri Lanka als Urlaubsziel in Erwägung zieht, sollte sich mit dem im Buch beschriebenen Thema auseinander setzen – Frieden fängt bei einem selbst an.



Auf eine Bewertung wird auf Grund der persönlichen Hintergründe verzichtet.

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