UBooks, 1. Auflage September 2008
135 Seiten, Taschenbuch
Euro 9,95 [D] | 10,30 [A]
ISBN 978-3-86608-083-6

Genre: Anti-Pop



Klappentext:

Stefan Kalbers schickt seinen Protagonisten scheinbar ziellos durch die kalte, herzlose Welt, die um ihn herum in sich zusammenfällt. Er rutscht ab, gerät auf die schiefe Bahn und scheint unrettbar verloren, ist immer im falschen Moment am falschen Ort, an sich ein netter Kerl, aber ein Verlierer — und am Ende steht lediglich die Erkenntnis: Jemand muss atmen.

„Atmen. Jemand muss atmen. Und ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt. Jeden Tag mache ich weiter und beginne von vorn. Aller Hoffnungslosigkeit zum Trotz. Ich weiß nicht, wovon andere Menschen träumen. Doch in meinen Träumen bewege ich mich stets durch ein dunkles, kaltes All.“



Rezension:

Dass der Alltag nicht immer ein Vergnügen und leicht zu ertragen ist, dürfte für niemanden etwas Neues sein. Doch was der Protagonist in diesem Buch durchmachen muss, liegt hart an der Grenze zum Wahnsinn. Ob die Drogen, die der Ich-Erzähler gleich zu Anfang des Buches einwirft, dafür verantwortlich sind oder ob es ganz einfach eine der vielen unschönen Nebenwirkungen des Lebens ist, muss jeder Leser selbst interpretieren.

Mit unheimlich vielen ineinander verknüpften Spannungsbögen, die in Passagen der Gegenwart und kleine Rückblenden auf die eigentliche Geschichte unterteilt sind, schafft Kalbers mit Atmen eine lebendige Achterbahnfahrt durch die Hölle, die sich Leben nennt. Von einem kriminellen Job zum nächsten stolpernd findet sich der Protagonist in einer Spirale des Irrsinns wieder, die auch dann kein Ende nimmt, als er eine Frau kennen lernt, die das Licht am Ende des Tunnels bedeuten könnte. Er versucht zwar, die Chance auf Rettung wahrzunehmen, scheitert jedoch kläglich und fällt umso tiefer, zurück in den Strudel aus Angst, Wahnsinn, Kriminalität und Drogen.

Mit 135 Seiten eigentlich viel zu wenig Platz für eine anständige Geschichte bietend, gehört dieses Buch zu denen, die man immer wieder lesen muss. Ein einmaliger Ausflug in die Abgründe des Protagonisten ist nicht ausreichend, um das Ausmaß von Murphy zu verstehen, das hier um sich greift. Die Darstellung eines Lebens, das sich nicht Leben nennen darf, verpackt in gemeine, aber doch auch irgendwie poetische Sätze, an deren Ende dann doch klar wird, dass es selbst zum Atmen nicht mehr reicht.

Natürlich enthält auch dieses Buch als besonderes Gimmick wieder einige tolle Buchempfehlungen aus dem UBooks-Sortiment.



Fazit:

Eine Achterbahnfahrt, die mehr Tiefen als Höhen aufweist, aber sehr anschaulich darstellt, wie schnell man abrutschen kann, wenn man einen Augenblick lang unaufmerksam ist. Nichts für schwache Gemüter, aber immer eine Reise wert.



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

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