UBooks, 1. Auflage Februar 2009
Taschenbuch, 222 Seiten
€ 9,95 [D] | € 10,30 [A]
ISBN: 978-3-86608-107-9

Genre: Anti-Pop



Klappentext:

“Neulich auf dem Friedhof:
Ein Grabstein, auf dem stand:
Ich habe doch gesagt, es geht mir schlecht …

Neulich im Spiegel:
Ich ist jemand anderes. Irgendjemand. Weit weg.
Neulich in diesem Bett:
Ich wache auf und ich liebe dich!“

Dirk kommt diesmal nicht allein, er hat sich mitgebracht.
Er hält sich eine Halogenlampe in den Mund und man erkennt, wie es in ihm aussieht.
Töne, Texte, Bilder, Reiseberichte, Poesie und der Wahnsinn des allmächtigen Alltags. Bernemann bringt uns zum Lachen mit Dingen, die wir hassen, und er bringt uns zum Weinen mit einfühlsamen Alltagsbetrachtungen.
Dies ist Dirk Bernemanns persönlichstes und vielseitigstes Buch.
Mit einem Vorwort von Mille Petrozza (Kreator).



Rezension:

“Ich habe keine Ideen, ich habe nur ein Leben. Ich habe keine Worte, ich habe nur meinen Herzschlag. Das ist keine Kreativität, das ist nur Notwehr. Das ist keine Kunst, das ist Poesie und Kampfsport. Das ist kein Poetry Slam, das ist nur ein Mund, der die Befehle eines zuckenden Herzens weiterleitet. Leidenschaft. Jaaaa!!! Ich mache das, weil manchmal weniger als nichts passiert.“
(Seite 25)

In seinem vierten Buch zeigt Dirk Bernemann eine bislang unbekannte, sehr persönliche Seite. Durch die verschiedenen Texte, die mitten aus dem Leben gerissen scheinen, und in Verbindung mit einigen Fotos wird hier eine ganz private Geschichte erzählt. Besonders die enthaltenen Gedichte lassen den Autoren zeitweise sehr verletzlich wirken. Insgesamt schafft auch dieses Buch es wieder, den Leser zum Nachdenken zu bringen.

Einblicke in Tourtage und persönliche Erfahrungen machen Ich bin schizophren und es geht mir allen gut zu einer Art Tagebuch für die Öffentlichkeit, wobei man als Verfolger des Weblogs des Autors einige Texte schon kennt, diese aber neu entdeckt und wirken lassen kann. Die Fotos, die auf die einzelnen Texte abgestimmt ausgewählt wurden und sich perfekt ins Buch einpassen, zeigen Bernemann in alltäglichen Situationen, die besondere und erwähnenswerte Momente für ihn darstellten. Dadurch bekommt man als Leser – und Fan – die Chance, Bernemann auf eine neue Weise kennen zu lernen und seine Texte besser zu verstehen.

Trotz des gravierenden Fehlers im Titel des Buches, dass es sich bei Schizophrenie um eine Persönlichkeitsspaltung handele, gehört auch Bernemanns viertes Buch zu denen, die ganz eigene Gesellschaftskritik zum Inhalt haben und von vielen Leuten gelesen werden sollten.

Es gibt Tage, da ist alles in einem künstlichen Licht begriffen und leuchtet hell in irgendwas aus Liebe und Geistlosigkeit.
(Seite 68)



Fazit:

Ich bin schizophren und es geht mir allen gut ist sehr viel leiser als seine Vorgänger. Gerade diese Ruhe macht es zu einem ganz besonderen Stück Literatur, das sich sehr von seinen Vorgängern unterscheidet, und trotzdem oder gerade deshalb hundert Prozent Bernemann ist.



Wertung:

Handlung: ?/5
Charaktere: 4,5/5
Lyrik: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5

Die Handlung wurde hier von der Bewertung ausgeschlossen, da keine zusammenhängende Handlung besteht.



Interview mit Dirk Bernemann (02.09.2009)
Interview mit Dirk Bernemann (17.03.2011)
Bernemann, Dirk: Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1 + 2
Bernemann, Dirk: Ich hab die Unschuld kotzen sehen 3
Bernemann, Dirk: Satt. Sauber. Sicher.
Bernemann, Dirk: Vogelstimmen

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