Ullstein, 1. Auflage Juni 2008
Kartoniert, 352 Seiten
€ 9,95 [D], € 10,30 [A], sFr 18,90
ISBN-13: 978-3-54826-807-1

Genre: Belletristik



Klappentext:

Der lustigste Liebeskummer des Jahres!

In Anleitung zum Entlieben beschreibt Lapared (auch Lpunkt, Lchen, Rindvieh …) ihre Trennung von 119. Eine schwierige Trennung, denn 119 ist ein Mann und ihre große Liebe. Dennoch ist Lapared sich sicher: Ihre Trennung von 119 wird mustergültig sein. Ein Beispiel an Konsequenz und Geradlinigkeit. Sie verlässt ihn schließlich nicht zum ersten Mal.

Entstanden aus einem der beliebtesten Internet-Tagebücher:
250.000 Besucher, Platz 1 der Weblog-Charts!

Mit Fotos und Kommentaren von Lapareds Mitbewohner Curd Rock!



Rezension:

Wer kennt das nicht?
Man wird verlassen, legt sich selbst gegenüber den Schwur des Loslassens ab, will sich weder melden noch schwach werden, ist zur Kontaktunterlassung fest entschlossen – und stürzt bei einer einzigen Nachricht der Gegenseite aus dem dünnen Netz dieser Eigenlügen.
Mitten in die harte Realität, in den überragenden Trennungsschmerz, in den eingebildeten Hoffnungsschimmer, in die nicht vorhandene x-te Chance.

Die Autorin nimmt sich dieses doch ernsten Themas auf eine humorvolle und nachvollziehbare Art in ihrem Roman an. Doch kann jemand, der ein sehr gut besuchtes Webtagebuch führt, überhaupt auch einen anständigen Roman schreiben? Conni Lubek kann!

Lapared, die liebenswerte und in ihrem Liebeskummer (und –wahn) urkomische Protagonistin, hat über eine Kontaktbörse 119 kennen gelernt. Und sich verliebt. Was leider nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Das weiß sie ja im Grunde auch, trotzdem – man kennt das ja – klammert sie sich an jedes kleine Wörtchen, das bedeuten könnte, dass sich hier Herzprinz vielleicht ja doch noch verlieben könnte und sie dann glücklich bis an ihr Lebensende sind. Dabei nimmt sie einiges in Kauf, und der Leser kommt nicht umhin, sich manchmal selbst wiederzuerkennen und zu schmunzeln.

Im Laufe des Buches startet Lapared einige Versuche, 119 für sich zu gewinnen. Dass diese von Vornherein immer zum Scheitern verurteilt sind, ist dem Leser klar; trotzdem wird jede kleine Aktion aufmerksam verfolgt und im Anschluss mit der sympathischen Protagonistin gelitten. Neben den Gewinnungs- gibt es aber auch einige Ablenkungsversuche, die sich natürlich auch um andere Männer drehen. Manches beginnt vielverprechend, anderes ist ganz offensichtlich nur ein Hirngespinst.

Zur Seite steht ihr dabei ein knopfäugiges, leberwurstfarbenes Kuscheltier namens Curd Rock, der seine ganz eigene Meinung zur Trennung von 119 hat – er mochte den Typen nämlich und ist ziemlich traurig über den Verlauf der Dinge. Die farbigen Abbildungen von ihm und seine dazugehörigen Kommentare lockern das ohnehin sehr entspannte Buch zusätzlich auf und machen unheimlichen Spaß. Durch den liebenswürdigen „Sprach“fehler, dass er statt n immer m sagt bzw. schreibt, wird er zum nicht perfekten, aber umso anbetungswürdigeren Helden.

Conni Lubek schafft es, den Liebeskummer und Trennungsschmerz von der komischen Seite zu zeigen. Dass es einfach wäre, kommt in ihrem Debütroman aber nicht rüber, vielmehr ist das Buch eine Botschaft, den Kopf nicht hängen zu lassen.



Fazit:

Wer in Anleitung zum Entlieben tatsächlich einen ernsthaften Ratgeber sucht, wird wohl bitter enttäuscht werden. Mit der richtigen Prise Selbstironie ist dieses Buch eine Trost spendende, Schmerz lindernde, Tränen trocknende und Spaß bringende Möglichkeit, das eigene Schicksal mit anderen Augen zu sehen. Manchmal hilft eben doch nur der Gedanke, dass man diese Phasen nicht als einziger Mensch auf der Welt durchmacht. Und Curd Rock ist sowieso zum Verlieben!



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

Advertisements