Goldmann, 1. Auflage November 2009
Taschenbuch, 224 Seiten,
7,95 EUR (D) | 8,20 EUR (A)
ISBN: 978-3-442-46762-4

Genre: Belletristik / Humor



Klappentext:

„Eine feine und amüsante Liebes-, Weihnachts- und Hundegeschichte.“ Format

Max will vor Weihnachten flüchten und auf die Malediven fliegen. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens. Und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich.
Katrin wird demnächst dreißig, und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Da tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde, aber Kurt bringt sie auf eine Idee …

„Der Roman ist ein Antidepressivum gegen den vorweihnachtlichen Frust, bei dessen Lektüre man mindestens einmal pro Seite lacht. Eine Liebesgeschichte, wie sie schöner nicht sein könnte.“ Echo



Rezension:

“Kurt feiert Weihnachten heuer wie üblich daheim. Sein Herrl (ich) sicher nicht. Also nehmt mir bitte den Hund ab. Er ist zutraulich und pflegeleicht. Er ist ein guter Hund.“
(Max, 1. Dezember, Seite 5)

Max ist von Weihnachten dermaßen angenervt, dass er sich entschließt, über die Feiertage irgendwohin zu verschwinden, wo die Sonne scheint und rein gar nichts an den Winter erinnert. Kurt, seinen Deutsch-Drahthaar-Dackel, konnte (und wollte) er da natürlich nicht mitnehmen, also stellt er kurzerhand eine Anzeige ins Internet, auf die er ganze fünf Zuschriften bekommt.

Draußen schneite es nicht. Es war nur angekündigt worden, damit die Menschen wussten, es hätte sein können, damit sie Daunenkapuzenmäntel und Schneeräumgeräte kauften. Drinnen saß Katrin vor dem Computer und surfte. Das schaffte sie stundenlang. Es war ihre Nahtstelle zwischen Tätigkeit und Untätigkeit. Eingabe ohne Eingebung. Träume ohne Gefühlsduselei. Suchen ohne auf der Suche zu sein. In die Luft starren mit Buchstaben. Gähnen per Tastendruck. Nasebohren ohne Nase. Und ohne Finger. Genügt es?
(Katrin, 2. Dezember, Seite 8)

Katrin ist genauso wenig begeistert von den Feiertagen, wenn auch aus anderen Gründen. Nicht nur dass sie an Heiligabend Geburtstag hat, nein, sie schafft es auch seit mittlerweile fast dreißig Jahren nicht, diesen Tag ohne ihre Eltern zuzubringen. Dabei ist es nicht so, dass sie es nicht versucht hätte … Beim Surfen stößt sie auf Max’ Anzeige und beschließt ziemlich schnell, dass sie sich das genauer angucken muss. Ihr Vater hasst Hunde, sodass Kurt die perfekte Ausrede für ein nicht mit den Eltern zu verbringen müssendes Weihnachten.

So beginnt die Geschichte, die Seite für Seite amüsiert und dem Leser das eine oder andere Schmunzeln entlockt. Obwohl es für Nichtösterreicher anfangs schwierig ist, sich an den typischen Sprachstil zu gewöhnen, passt dieser so perfekt in die Geschichte, dass man fast annehmen könnte, der Autor schreibt normalerweise feinstes Hochdeutsch. Und gerade die Sprache ist auch ein Grund, warum man es kaum schafft, das Buch zur Seite zu legen.
Neben Max und Katrin gibt’s da natürlich noch Kurt, den Drahthaar-Dackel, der unter sehr seltsamen Umständen zu Max gelangt. Mit Kurt stimmt irgendwas nicht, doch dieses Irgendwas wird erst am Ende des Buches aufgelöst – es ist aber auch nicht so, als würde man damit rechnen oder darauf hoffen. Es passt nur wirklich gut ins Ende, das trotz des ewigen Hin und Her vorhersehbar ist.

Humorvoll und mit einem großzügigen Augenzwinkern nimmt Glattauer die Weihnachtszeit aufs Korn. Dabei baut er die „schweren“ Schicksale seiner Protagonisten so unauffällig ein, dass schnell klar wird, ohne diese beiden würde die Story gar nicht funktionieren. Denn natürlich haben sowohl Max als auch Katrin so ihre persönlichen kleinen Probleme, die sie dermaßen sympathisch machen, dass man sich gerne mal mit ihnen auf ein Stück Birnenkuchen treffen möchte.
Der Weihnachtshund ist eine willkommene Ablenkung und das perfekte Geschenk für all diejenigen, die keine Lust auf Weihnachten haben. Der Frust, den diese Zeit des Jahres mit sich bringt, ist schnell vergessen, wenn man erstmal richtig in die Geschichte um Max, Katrin und Kurt eingetaucht ist.



Fazit:

Mit seiner so anderen Weihnachtsgeschichte strapaziert Daniel Glattauer die Lachmuskeln seiner Leser und lenkt herrlich vom Vorweihnachtsstress ab. Dieses Buch ist mit all seinem Charme ein Muss für jeden, der dem Weihnachtsalltag entfliehen möchte!



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3/5


Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind

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