cbt, 1. Auflage Januar 2010
Originaltitel: The Lightkeeper’s Daughter
Aus dem Englischen von Christoph Renfer
Taschenbuch, 254 Seiten
€ 7,95 [D] | € 8,20 [A]
ISBN: 978-3-570-30505-8

Genre: Jugendroman



Klappentext:

Krabbe und ihr Bruder Alastair wachsen unter extremen Bedingungen auf. Paradiesisch schön, aber höllisch einsam ist es auf Lizzie Island, nur zusammen mit den Eltern, ohne wirklichen Kontakt nach außen. Dann kommt das Jahr, in dem sich alles verändert – und am Ende steht eine Tragödie …



Rezension:

Nach mehreren Jahren kehrt die siebzehnjährige Krabbe zurück zu der Insel, auf der sie aufgewachsen ist, um dort gemeinsam mit ihrer Tochter Tatiana einen Monat bei ihren Eltern zu verbringen. Die Insel ist voller Erinnerungen und die meisten dieser sind nicht besonders angenehm. Außerdem werden dort Geheimnisse gehütet, die aufzudecken jede Menge Ärger bringen könnte. Erst langsam anlaufende Gespräche und das wieder neu zu findende Vertrauen können der kleinen Familie den nötigen Rückhalt, um sich gegenseitig die Hand zu reichen.

Was Krabbe zum Weggang bewegt hat, wie es zum Bruch mit ihren Eltern kam, was letztendlich damals wirklich geschehen ist und bei wem man die Schuld suchen kann, das und viele weitere sind die Basisfragen in diesem Jugendroman. Dabei arbeitet der Autor nicht mit besonders viel Detailreichtum in Bezug auf die Charaktere, deren Persönlichkeiten nur oberflächlich beschrieben werden – ab und an kommt eine Tiefe zum Vorschein, meistens aber wird in bildhafter Sprache mehr über die Insel und ihre Umgebung als über ihre Bewohner erzählt.

Mit sorgsam eingebundenen Rückblenden, die nicht immer sofort als solche erkannt werden, wird die Geschichte um eine Familientragödie langsam aufgebaut, aber nie zur Gänze aufgeklärt. Das ist einerseits schade, weil dem Leser das als richtiges Ende fehlen könnte, lässt aber andererseits die Möglichkeit offen, sich selbst Gedanken über einen möglichen Abschluss zu machen. Für junge Leser könnten die fließenden Übergänge der Rückblenden schnell verwirrend werden, da manche Stellen mehrmals gelesen werden müssen, um den Übergang zu erkennen.

Insgesamt hat Iain Lawrence keinen leichten Roman geschrieben, der mit Sicherheit auch einigen Erwachsenen Fragezeichen auf die Stirn malen wird. Dieses Buch gehört zu jenen, die man mindestens zweimal lesen und über die man im Nachgang lange und intensiv nachdenken muss, um ihren Inhalt und ihre Aussage ganz zu erfassen.



Fazit:

Die Tochter des Leuchtturmwärters ist ein nachdenklich stimmender Jugendroman, der darüber berichtet, was die Einsamkeit und Abgeschiedenheit mit einem jungen Menschen anrichten kann. Für Jugendliche, die gerne über den Sinn des Lebens nachdenken, stellt dieses Buch eine willkommene Herausforderung dar.



Wertung:

Da die üblichen Kritikpunkte bei Die Tochter des Leuchtturmwärters nicht richtig zum Tragen kommen und in den Augen der Rezensentin andere Punkte wichtiger erscheinen, wird auf das Sterneschema verzichtet.

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