Heyne, 1. Auflage Juni 2009
Originaltitel: The Poison Throne
Aus dem Englischen von Astrid Finke
HC mit SU, 496 Seiten
€ 19,95 [D] | € 19,50 [A] | CHF 34,90
ISBN: 978-3-453-26629-2
Extras: „persönliches“ Anschreiben der Autorin, Weltkarte
Leseprobe

Genre: Jugendfantasy



Klappentext:

„Die Welt ist im Wandel“, flüstern die Katzen …

Als die junge Wynter nach einer langen Reise in ihre Heimat zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es einmal war. Die einst zutraulichen Königlichen Katzen wenden sich von ihr ab, die sonst so redseligen Geister weigern sich, mit ihr zu sprechen, und alte Freunde sind verschwunden. Was ist geschehen? Kann es sein, dass in ihrer Abwesenheit eine geheimnisvolle dunkle Macht nach der Herrschaft im Königreich gegriffen hat? Für Wynter beginnt das Abenteuer ihres Lebens.

Innerer Klappentext:

Freund … Vater … König … Wen würdest du opfern?

Nichts ist mehr, wie es war, als die fünfzehnjährige Wynter nach ihrer Lehrzeit im Norden nach Hause zurückkehrt. Ein dunkler Bann scheint über dem Königreich zu liegen: Alte Bekannte weichen Wynter aus, und auch die sonst so redseligen Katzen weigern sich, mit ihr zu sprechen. Vor allem aber ist einer ihrer besten Freunde spurlos verschwunden: Kronprinz Albernon. Was ist mit ihm geschehen? Warum hat König Jonathon eine Schreckensherrschaft errichtet? Und was hat es mit den Gerüchten um eine neue, furchterregende Waffe auf sich? Wynter sieht sich vor eine schicksalhafte Wahl gestellt: Soll sie sich dem Willen des Königs beugen oder sich von ihm und ihrer Familie lossagen und das Geheimnis lüften?

Das gefeierte Debüt der irischen Autorin Celine Kiernan – ein großes phantastisches Abenteuer und zugleich eine berührende Geschichte vom Erwachsenwerden.



Rezension:

Wynter freut sich nach fünf langen Jahren wieder auf ihr Zuhause, das sie jedoch anders vorfindet, als sie es verlassen hat. Den ehemals eng befreundeten Geistern ist es verboten, mit ihr zu sprechen, und die Katzen, zu denen sie immer eine besondere Bindung hatte, verhalten sich sehr eigenartig. Nach und nach findet Wynter heraus, was sich in ihrer Abwesenheit getan hat, und ist keineswegs glücklich darüber.
Intrigen über Intrigen, ein geheimnisvoller neuer Freund von Razi, alte Bekannte mit seltsamen Anwandlungen, ein fehlender Königssohn, der kranke Vater Lorcan und schließlich das große Geheimnis um eine sogenannte Blutmaschine, die Lorcan vor Jahren gemeinsam mit dem König und anderen Männern entwickelt hat – das ist der Stoff, aus dem Schattenpfade geflochten wurde.

Was der Leser trotzdem in keinem Fall erwarten darf, ist Spannung am laufenden Band. Die Autorin hat sich hier wahrscheinlich gedacht, dass der erste Teil einer Trilogie nur dazu gut ist, den Leser anzufüttern und dazu zu bringen, händeringend auf die Folgebände zu warten. An sich ist das keine schlechte Taktik, jedoch bekommt man hier zu viele politische Aktivitäten serviert, die das Buch zeitweilig sehr langweilig werden lassen. Auch die zwischenmenschlichen Geschichten bleiben recht einseitig und auch vorhersehbar: Wynters Liebe zu Lorcan ist beispiellos, die Beschreibungen ihrer Sorge um den kranken Vater sehr emotional und treffsicher, aber trotzdem irgendwann einfach zu viel. Gleiches gilt für die sanften Anzeichen ihrer Gefühle zu Christopher, den sie erst als Abschaum empfindet, von dem sie sich bei seiner heimlichen Abreise jedoch stürmisch küssen lässt.
Generell hat die Autorin sehr viel Wert auf die Ausgestaltung der Umgebung gelegt – die Bilder des Schlosses, der Natur ringsum, der einzelnen Unterkünfte und Ställe sind so beschrieben, dass man sie sich wirklich gut vorstellen kann. Die Geschichte an sich geht bei diesen Beschreibungen allerdings ein wenig unter und man fragt sich, ob Celine Kiernan hier ein Fantasybuch geschrieben hat oder vielmehr eine Art Reiseprospekt verfassen wollte.

Die Charaktere sind für einen Jugendroman sehr geeignet. Jung, aufbrausend und ein bisschen naiv, sehr auf Freundschaft bedacht, zusammenhaltend und doch irgendwie immer auf Lob und Anerkennung der Eltern aus. Dass die drei Freunde sich am Ende des Buches voneinander trennen und in drei verschiedene Richtungen aufmachen, kommt der Storyline zugute, denn wer sich für Wynter, Christopher und Razi erwärmen konnte, will auf jeden Fall wissen, wie die drei sich durchschlagen und ob sie wieder zueinander finden werden, um ihr Königreich von den Schatten zu befreien. Doch dazu müssen sie erstmal hinter das Geheimnis kommen, wo der eigentliche Thronfolger Alberon steckt und was es mit dem Ausspruch „mortuus in vita“ auf sich hat.

Zusätzlich findet der Leser hier auch eine aufklappbare Karte, die gleichzeitig einen „persönlichen“ Brief der Autorin beinhaltet, in dem sie den Leser auf die vorliegende Geschichte vorbereitet. Die Karte selbst ist für den ersten Band noch nicht wichtig, dürfte jedoch in den Folgebänden eine Rolle spielen, wenn die Geschichten in drei Perspektiven weitererzählt wird.
Für die Gestaltung des Buches hat der Heyne-Verlag wieder einmal ein großes Lob verdient. Es fällt schwer, sich für eine Variante im Regal zu entscheiden, denn sowohl der Schutzumschlag mit dem schattenhaften Katzenkopf und der tollen Schrift als auch der an grünen Marmor erinnernde Hardcover-Einband wirken edel.



Fazit:

Schattenpfade ist Jugendfantasy, die sich mehr mit politischen Hintergründen als wirklich mit Fantasy-Elementen beschäftigt. Für einen Trilogie-Auftakt etwas schwach, aber durchaus nutzbar, wenn die beiden verbleibenden Teile Geisterpfade (erscheint im Juni 2010) und Königspfade (noch kein VÖ-Datum bekannt) das Ruder herumreißen und die Story wirklich spannend gestalten können.



Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

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