Deutscher Taschenbuch Verlag, 13. Auflage Juni 2010
Taschenbuch, 224 Seiten
€ 6,95 (D) | € 7,20 (A) | sFr 11,20
ISBN: 978-3-423-21006-5
Leseprobe

Genre: Belletristik



Klappentext:

Bernd räusperte sich und schwieg. Ich auch.
Wir waren fast zehn Jahre verheiratet.
Bernd war kein Mann, der gern über Gefühle sprach.
Ich hielt das nicht mehr aus.
»Ist etwas passiert?«
»Ja, nein, ich meine, ich habe nachgedacht.«
»Und worüber?«
»Ich, ähm, also, Christine, ich will mich von dir trennen.«

Mann weg,
Liebe weg,
Leben futsch?
Denkste! Life begins at forty.



Rezension:

Nach zehn Jahren Ehe bekommt Christine während einer Geschäftsreise von ihrem Mann Bernd am Telefon gesagt, dass er sich scheiden lassen möchte. Für Christine kommt diese Botschaft völlig unerwartet, glücklicherweise hält sie sich zum Zeitpunkt des Telefonats bei ihrer Schwester auf, die erste Hilfsmaßnahmen ergreifen und Auffangstation spielen kann. In kleinen Schritten, mit der Unterstützung von ganz verschiedenen Menschen, alten und neuen Freunden, löst sich Christine von ihrem alten, letztendlich doch sehr verfahrenen Leben und blickt nach vorn. Sie zieht nach Hamburg, von wo aus sie beruflich viel besser durchstarten kann, stürzt sich in den Strudel eines unabhängigen Lebens und geht auch wieder Männerbeziehungen ein. Und ehe man sich versieht, ist ein halbes Jahr rum und Christine kann, wie vorhergesagt, schon fast wieder darüber lachen.

Dora Heldt schreibt federleicht und in einem derart flüssigen Schreibstil, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Nicht nur die Geschichte um Christines Lösung von ihrer Ehe, sondern auch die Art und Weise, wie der Werdegang erzählt wird, löst beim Leser ein beschwingtes Gefühl aus – ein eigentlich trauriges Thema wurde hier auf humorvolle, aber nicht lächerliche Weise verpackt. Es macht Spaß, kleine Rückschläge mitzuerleben und zu merken, dass es einem selbst in ähnlichen Situationen gar nicht so anders gehen würde. Und wer hat denn noch keine Trennung durchlebt? Entgegen der möglichen Erwartungen, hier einen Herzschmerzroman vorzufinden, in dem sich die Protagonistin in ihrem Leid suhlt – was durchaus auch vorkommt – und eigentlich nur am Rumjammern ist, kann man sich auf seitenweise Fortschritte freuen, die aus dem Loch, in das man bei einer Trennung fällt, hinausführen. Zwar nur langsam, aber stetig.

Der vorliegende Roman ist ein Buch über Trennungsschmerz, gescheiterte Ehen, echte und falsche Freundinnen, Zukunftsgedanken, Hoffnung und Neuanfänge, die einem zu Füßen liegen und die man nur wahrnehmen muss. Durch den lockeren Stil fühlt man sich nicht mit Ratschlägen bombardiert, trotzdem hat man nach dem Lesen das leichte Gefühl, dass einem das Buch tatsächlich etwas gebracht hat – und wenn es nur ein paar kleine Lachfältchen mehr sind.



Fazit:

Ausgeliebt ist sicherlich keine anspruchsvolle Lektüre, unterhält aber mit amüsanten Anekdoten und kann durch den einen oder anderen tatsächlich hilfreichen Ratschlag definitiv über Trennungsschmerz hinweghelfen. Lockerleichter Schmunzelstoff für die Lachmuskeln und ein effektiver Staubwedel gegen trübe Gedanken – lesenswert!



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4,5/5

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