Rowohlt Verlag, 1. Auflage Juni 2007
Originaltitel: The Sudoku Murder
Aus dem Amerikanischen von Tamara Willmann
Taschenbuch, 352 Seiten
Mit 29 Sudokus inkl. Lösungen
€ 7,95 (D)
ISBN: 978-3-49924-608-1

Genre: Krimi



Klappentext:

Das Rätsel eines Mordes

Eigentlich hatte Kate nicht vorgehabt, je wieder in ihre Heimatstadt Granville zurückzukehren. Nur an das Rätsel-Museum hat sie gute Erinnerungen. Und an ihren früheren Mentor, Prof. Avondale, mit dem sie die Begeisterung für Sudokus und andere mathematische Knobeleien teilt. Nun bittet der Professor die junge Frau um Hilfe, weil Unbekannte versuchen ihn zu erpressen. Doch auch Kate kann nicht verhindern, dass Avondale ermordet wird. Bei ihren eigenen Nachforschungen stößt sie schließlich auf ein Detail, das der Polizei bisher entgangen ist: Neben der Leiche lag ein angefangenes Sudoku …



Rezension:

Für Kate grenzt es nahezu an einen Alptraum, wieder in die Stadt zurückzukehren, in der sie aufgewachsen ist. Als sie das Städtchen Granville vor Jahren verlassen hatte, um ihrem Leben anderswo einen Sinn und mehr Inhalt zu geben, schwor sie sich, niemals wieder einen Fuß in die Stadt zu setzen. Wofür es auch keinerlei Grund gab, bis ihr ehemaliger Mentor Prof. Avondale Kontakt zu ihr aufnimmt und sie um Hilfe bittet. Zurück in Granville stellt sie umgehend fest, dass sich nichts geändert hat, und würde am liebsten auf der Stelle wieder umdrehen und die Stadt erneut, dieses Mal endgültig zu verlassen. Wäre da nicht der Mord am Professor, wegen dem sie überhaupt da ist, und wäre da nicht die mit dem Tod Avondales verbundene, auf dem Spiel stehende Existenz des Rätselmuseums, das Kate in Kinder- und Jugendzeiten durch die Tage verhalf. Kate ist festentschlossen, den Mord aufzuklären und das Rätselmuseum zu retten – zur Hilfe steht ihr dazu anfänglich nur ein ungelöstes Sudoku mit Blutspritzern, das nebem Avondale lag, als er aufgefunden wurde.

Ein interessant klingender Plot auf dem Klappentext und 29 Sudokus, die es vor jedem neuen Kapitel zu lösen gilt, sind der Grund, warum man im Buchladen nach Tödliches Sudoku würde. Mit Begeisterung stürzt man sich auf die ersten Rätsel und stellt sich selbst vor die Aufgabe, vor dem Lesen des nächsten Kapitels zuerst das vorliegende Sudoku zu lösen. Während die ersten Zahlenfolgen leicht zu kombinieren sind, führt Shelley Freydont langsam in die Krimi-Handlung ihres Romans. Die Zusammenstellung scheint perfekt zu sein – mathematisch-logisches Denken und spannende Ermittlungsarbeit, beides Dinge, die den anspruchsvollen Leser vor eine Herausforderung stellen sollten.
„Sollten“ deshalb, weil die Begeisterung leider schnell eine Abkühlung erfährt. Zwar werden die Zahlenrätsel mit jedem Kapitel ein wenig schwieriger, bleiben aber dafür auch die einzige wirkliche Herausforderung – zumindest für ungeübte Sudoku-Anfänger. Leser, die sich schon länger mit dem japanischen Rätsel beschäftigen, werden sämtliche Neuner-Kombinationen ohne Probleme lösen können. Dass der durchaus interesse Krimi-Plot zusätzlich aber auch keinen Spannungsaufbau erfährt und eher durch Klischees bedient wird, macht den Roman bereits nach durchschnittlich wenigen Kapiteln zäh.

Auch die Charaktere können den Leser nicht unbedingt überzeugen. Vieles wird angerissen, zum Keispiel Kates Abneigung gegen Granville, aber man erfährt im Grunde nicht wirklich etwas über die Hintergründe. Schön gestaltet hingegen ist das Rätselmuseum, bei welchem sich die Autorin besonders Mühe mit liebevollem Detailreichtum gegeben hat. Sowohl das Gebäude an sich als auch die Pläne, die Kate damit hat und umsetzt, wecken im Leser den Wunsch, diesem Museum selbst einmal einen Besuch abzustatten und vielleicht sogar Unterstützung, in welcher Art auch immer, anzubieten. Allein der Punkt, dass Kate wegen des Musuems in Granville zu bleiben gedenkt, ist eine Besonderheit – denn es wird deutlich, dass die Protagonistin diese Stadt hasst, wenn nicht gar verachtet, auch wenn man nicht viel aus ihrer Vergangenheit zu lesen bekommt.

Als Gesamtpaket darf man von Freydonts Debüt nicht viel mehr erwarten als angenehme Unterhaltung und ein wenig Rätselspaß. Obwohl man weder den Plot noch die Charaktere nach dem Lesen wirklich in Erinnerung behält und sich auf den letzten fünfzig bis hundert Seiten nicht einmal mehr bemüht, die Rätsel zu lösen, um einfach fertig zu werden und das nächste (gute) Buch anfangen zu können, vermag Tödliches Sudoku vor allem für Anfänger in beiden Bereichen – Krimi und Sudoku – einen gefundener Start und vielleicht tatsächlich einen Grund darstellen, an eine oder sogar beiden Bereichen festzuhalten.



Fazit:

Bei Krimifans, die zwischendurch ein bisschen mit Zahlen jonglieren wollen, oder Sudoku-Anhängern, die Lust auf etwas Abwechslung beim Lösen der Zahlenrätsel haben, wird Tödliches Sudoku für angenehme Unterhaltung sorgen. Eingefleischte Krimileser und Sudoku-im-Akkord-Löser sollten jedoch zu anderen Büchern greifen.



Wertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3,5/5

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