cbj Verlag, 1. Auflage April 2010
Originaltitel: Wings # 1
Aus dem Englischen von Anne Brauner
HC mit SU, 352 Seiten
€ 16,95 [D] | € 17,50 [A] | CHF 29,90
ISBN: 978-3-570-13884-7
Leseprobe

Genre: Jugendfantasy



Klappentext:

Laurel war wie verzaubert. Die Blütenblätter auf ihrem Rücken waren erschreckend schön, fast zu schön, um sie zu beschreiben. Langsam drehte sie sich um, damit sie sie besser sehen konnte. Sie waren dunkelblau und verblassten zur Mitte hin zu einem weichen Himmelblau, das an den Spitzen in Weiß überging. Sie sahen fast wie Flügel aus …

Als die fünfzehnjährige Laurel eines Morgens mit Flügeln auf dem Rücken aufwacht, versucht sie, gemeinsam mit ihrem Freund David herauszufinden, was mit ihr geschieht. Doch erst als sie den faszinierenden Tamani trifft, erfährt sie die Wahrheit über sich und ihre Bestimmung …

Romantisch, faszinierend und betörend schön:
Eine bezaubernde Dreiecks- Liebesgeschichte, die in die geheimnisvolle Welt der Elfen führt.

Innerer Klappentext:

Durchscheinend blau und weiß sind sie und erschreckend schön, die flügelartigen Blütenblätter, die der 15-jährigen Laurel eines Morgens aus dem Rücken wachsen. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund David versucht sie, herauszufinden, was mit ihr geschieht. Doch erst als sie in dem verwunschenen Wald hinter ihrem Elternhaus auf den faszinierenden Tamani trifft, erfährt sie die unglaubliche Wahrheit: Laurel ist eine Elfe, die als kleines Kind zu den Menschen gesandt wurde, um das Tor nach Avalon zu beschützen. Als eine Bande mörderischer Orks die magische Elfenwelt bedroht, setzt Laurel alles daran, ihre Aufgabe zu erfüllen.
Laurel weiß, egal wie der Kampf ausgeht, sie wird sich am Ende entscheiden müssen: zwischen ihrem Leben als Highschool-Mädchen und ihrer Bestimmung, vor allem aber zwischen dem attraktiven David und dem Frühlingselfen Tamani, dessen grüne Augen sie nicht mehr loslassen …



Rezension:

Laurel ist neu in der Stadt, frisch zugezogen und verunsichert, weil sie entgegen der bisherigen Regelung nun auf eine öffentliche Schule gehen soll. Jahrelang wurde sie von ihrer Mutter privat Zuhause unterrichtet; der Gedanke ans Eingeschlossensein in einem Raum, mit anderen Jugendlichen bereitet ihr ziemliches Unbehagen. Doch schon an ihrem ersten Tag wird sie von David angesprochen, der auch in den nächsten Tagen nicht locker lässt und durch seine Beharrlichkeit schließlich ihr Vertrauen und ihre Freundschaft gewinnt. Zwischen den beiden herrscht eine starke Anziehungskraft, allerdings ist Laurel unsicher, ob das wirklich an David oder einfach an der neuen, ungewohnten Situation liegt.
Als sie eines Morgens mit einem kleinen Huckel auf dem Rücken aufwacht, macht sie sich erst einmal gar keine Gedanken darüber – obwohl körperlich bereits entwickelt, blieb sie bisher von Pubertätspickeln verschont, sodass der Knubbel auch nach Ansicht ihrer Mutter ein entstehender Pickel ist. Auch als der Knubbel in den folgenden Tagen wächst und Laurel irgendwann nicht mehr ihre geliebten Tanktops – sie friert nicht so schnell und hat daher immer sehr leichte Klamotten an – tragen kann, beginnt sie doch, sich Sorgen zu machen. Ihre Eltern weiht sie über das besorgniserregende Wachstum des „Pickels“ nicht ein. Erst als sie mit Blütenblättern, die ihr aus dem Rücken wachsen, wach wird, beschließt sie, jemanden um Rat zu fragen. Ihr Weg führt zu David, der als Bio-Fan einige Experimente durchführt und der Wahrheit ziemlich nahekommt.
Bei einem Ausflug mit ihren Eltern zum alten Grundstück begegnet Laurel auf einem einsamen Spaziergang dann dem geheimnisvollen Tamani, zu dem sie jedoch sofort eine Verbindung spürt. Angst hat sie keine, vertrauensvoll folgt sie ihm auf eine Lichtung und erfährt so manches über ihre wahre Person und Bestimmung. Doch sagt ihr der hübsche Junge, der behauptet, ein Elf zu sein, wirklich die Wahrheit?

Aprilynne Pike bringt die Elfen auf eine neue Art und Weise in die Welt der Leser. Neben völlig anderen Grundlagen, von denen man vorher nicht ausging – wie zum Beispiel die Tatsache, dass Elfen keine Tiere, sondern Pflanzen sind – und die im ersten Moment überraschen, im nächsten aber bereits logisch und schlüssig sind, versteht sie es, ganz verschiedene phantastische Elemente in unsere reale Welt einzubinden. Atmosphärisch und liebevoll detailgetreu gestaltet sie Laurels Umgebung – sowohl die neue Stadt mit der Schule und dem Bücherladen als auch die alte Gegend, in der sie aufgewachsen ist. Und auch der kleine Einblick in die Elfenwelt, der dem Leser gegen Ende des Buches gewährt wird, ist vielversprechend und bietet einen Vorgeschmack auf das, was in Folgebänden zu erwarten sein wird.
Ebenfalls vielfältig, dabei aber jeder für sich speziell und einzigartig wurden die Charaktere gestaltet. Die Autorin stützt sich hier nicht auf altbewährte Klischees, sondern versucht erfolgreich, ihre Figuren trotz der bereits oft vorgekommenen Wesen neuartig zu machen. So bleiben zum Beispiel die Orks auf eine fast beängstigende Weise menschenähnlich, sodass sie zwar beunruhigend, aber nicht zwangsläufig gefährlich oder andersartig auf ihre Mitmenschen wirken. Auch die Erklärungen, die die Autorin durch Tamani an den Leser trägt, sind verständlich und nachvollziehbar, als wären sie völlig logische Konsequenzen.

Was die einzelnen Teile der Geschichte angeht, konzentriert sich Aprilynne Pike in diesem ersten Band einer vielversprechenden Reihe vor allem auf die Beziehungen Laurels zu ihren Mitstreitern, wobei sie ein Händchen für jugendliche Emotionen und Gedanken hat. Man kann Laurels Empfindungen und Bedenken nachvollziehen, auch wenn die Autorin an manchen Stellen doch etwas zu dick aufträgt. Der im Umschlagtext erwähnte Kampf passiert mehr oder weniger von einem Moment auf den anderen und stellt sich anders dar, als man erwarten würde – alles ist wunderbar in die reale Welt eingeflochten und wirkt in keiner Weise phantastisch überladen. Obwohl der Kampf selbst und auch die Handlungen der einzelnen daran Teilhabenden ein wenig fragwürdig erscheinen, fügt sich dieser Teil gut in den Rest der Geschichte ein. Vordergründig geht es insgesamt aber um die Entdeckung von Laurels „Geheimnis“, sodass dieses Debüt in erster Linie eine behut- und unterhaltsame Einführung in eine neue Jugendfantasy-Reihe bietet.

Ein Lob mit einem winzigen Abstrich darf man auch dem cbj-Verlag machen, der sich mit dem Layout und der Aufmachung des Buches wunderbare Mühe gegeben hat. Die Umschlaggestaltung passt toll zum Inhalt und verschafft dem Leser bereits vor Beginn des Buches einen Eindruck der hübschen Blüte, die aus Laurels Rücken wächst. Einzig die Größe der Schrift lässt zu wünschen übrig, denn etwas kleiner wäre auch gegangen, sodass das Buch um einige Seiten dünner und damit preislich günstiger hätte sein können.



Fazit:

Elfenkuss ist eine wunderschöne, einfach gehaltene Liebesgeschichte mit erstaunlich anmutigen und toll eingebundenen Fantasyelementen, wenn auch hier und da noch ausbaufähig. Als Auftakt für eine interessante und spannende Reihe mit Entwicklungsmöglichkeiten überaus geeignet, für junge und alte Leser und vielleicht sogar etwas für überzeugte Fantasy-Gegner.



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5



Pike, Aprilynne: Elfenliebe

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