Egmont Lyx, 1. Auflage Dezember 2010
Originaltitel: Phoenix Chronicles – Apocalypse happens
Aus dem Amerikanischen von Cornelia Röser
Klappbroschur, 336 Seiten
12,95 € (D) | 13,40 € (A)
ISBN: 978-3-8025-8394-0
Leseprobe

Genre: Fantasy



Klappentext:

Das Ende ist erst der Anfang

Als Elizabeth Phoenix in der Nähe von Los Angeles ein Nest apokalyptischer Drachendämonen aufspürt, erhält sie einen Hinweis auf ein mächtiges Zauberbuch, mit dessen Hilfe sie den Jüngsten Tag verhindern kann. Eine gefährliche Suche beginnt, bei der weit mehr auf dem Spiel steht als Liz‘ Leben. Es scheint, als befände sich unter ihren Verbündeten ein Verräter, denn die Mächte des Bösen sind Liz stets einen Schritt voraus. Wem kann sie jetzt noch trauen?



Rezension:

Die warme, feuchte Luft war für meine viel zu kalte Haut eine Wohltat, ein so himmlisches Gefühl, dass ich mich weiter nach oben schob. Meine Schultern, mein Hals und schließlich mein Gesicht tauchten aus der Erde auf – und hinein in die Morgendämmerung. Am östlichen Horizont würde die Sonne bald emporsteigen und mit ihr ein vollkommen neues Ich.
Im Halbdunkel warf ich einen Blick auf meine Arme. Der Teint war dunkel, die Haut weich und jung. Ich beobachtete, wie die Kratzer, die ich mir beim Kampf mit der Erde zugezogen hatte, erst zu dünnen weißen Linien verblassten und dann ganz verschwanden. Ich verzog die Lippen zu einem Grinsen. Was versprochen war, wurde erfüllt.
Ich war
frei .
Der Morgen küsste den Horizont. Als sich das Feuer über den Himmel ausbreitete, durchströmte eine Stärke meinen Körper und vertrieb alle Schmerzen, alle Zweifel und auch alle Spuren von Erschöpfung.
Die Sonne – aaaah, die Sonne. Es war schon so lange her.
(Seite 138)

Liz Phoenix, inzwischen neben zahlreichen anderen Rollen auch die Anführerin des Lichts, soll die Welt vor dem Bösen retten. Dazu benötigt sie zwei Dinge: den Schlüssel Salomos und das Buch Samyaza. Die zu finden stellt an sich kein Problem dar, wäre da nicht das kleine, aber unvermeidbar hinderliche Detail, dass das eine noch nie von jemandem zu Gesicht bekommen wurde und das andere spurlos verschwunden ist, ohne dass jemand eine Ahnung vom möglichen Aufenthaltsort hat. Aber es wäre ja auch kein passender Auftrag für Lizzy, stünde nicht irgendwas im Weg, was sowieso zwingend weggeräumt werden muss. Mit Hilfe von Sawyer, Jimmy und Luther macht sie sich also auf die Suche nach den nötigen Utensilien zur Weltenrettung und stößt dabei nicht nur auf erstaunliche Kreaturen, von deren realer Existenz sie nicht einmal etwas ahnte, sondern erfüllt auch Summers Prophezeiung, indem sie auf ihre Mutter trifft. Dass das nicht nur positive Seiten hat, dürfte jedem klar sein, und so erwartet Liz die eine oder andere unangenehme Überraschung – neben zahlreichen Dingen, die Erinnerungen wachrufen und sie des Öfteren zumindest mental in die Vergangenheit katapultieren.

Viel mehr kann man vom Inhalt gar nicht erzählen, wenn man zukünftigen Lesern nicht den ganzen Spaß und vor allem die Spannung nehmen möchte. Denn eines ist ganz klar anzumerken: Von allen bisherigen Teilen schafft Blut es am meisten, den Leser auf vielseitige Art zu unterhalten. Kontinuierlich baut Lori Handeland die Welt um Liz Phoenix auf und mit (hoffentlich) jedem weiteren Band wird der Leser mehr gebannt. Nach einigen Schwächen im ersten und einer bereits merklichen Steigerung im zweiten Band darf man sich in Band 3 endlich in die Geschichte fallen lassen und sie einfach genießen.
Dabei hat man Handlung und tolle (neue) Charaktere, ansprechende und gut platzierte Erotik-Passagen, eine immer noch eigensinnige, aber überaus sympathische Protagonistin und am Ende des Buches nahezu unbändige Lust auf den vierten Teil. Auf den nun leider noch bis Juni gewartet werden muss, doch eine Leseprobe des ersten Kapitels verspricht einiges.

Lori Handeland hat einen durchschnittlichen Serienstart hingelegt und man muss den Phoenix-Chroniken zu Beginn definitiv einige Chancen einräumen. Doch wenn man diese gibt und sich darauf einlässt, dann bekommt man Urban Fantasy geboten, die auf ganzer Linie zu unterhalten weiß. Die Autorin hält an ihrem Konzept der Eigenheiten fest und sichert sich genau dadurch ihre Leserschaft. Bleibt zu hoffen, dass genau diese Konstanz über den dritten Band hinaus bestehen bleibt und Liz Phoenix der Leserwelt noch lange erhalten bleibt – schließlich muss die Welt immer wieder beschützt und gesäubert werden, nachdem sie einmal gerettet ist. Und das muss sowieso erstmal geschehen.

“Es ist leichter, für die Dunkelheit zu kämpfen, dem Bösen nachzugeben, das in jedem von uns sitzt. Aber der Kampf gegen das Böse, der Triumph darüber gibt uns unsere Stärke. Wenn wir gewinnen, dann werden wir gewinnen, weil wir uns für das Richtige und gegen das Falsche entschieden haben, weil wir daran geglaubt haben – und an uns selbst.“
(Seite 314/315)



Fazit:

Mit jedem Band der Phoenix-Chroniken gerät der Leser immer tiefer in den Sog des Kampfes zwischen Gut und Böse um die Weltherrschaft. In Blut kann sich Lori Handeland erneut steigern und macht dem Leser noch mehr Lust auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Wenn nur die Wartezeit nicht immer so lang wäre!



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Handeland, Lori: Die Phoenix-Chroniken I – Asche
Handeland, Lori: Die Phoenix-Chroniken II – Glut

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