Loewe-Verlag, 1. Auflage März 2011
Originaltitel: The Chronicles of Vladimir Tod 01: Eighth Grade Bites
Aus dem Amerikanischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Klappenbroschur, 208 Seiten
7,95 € (D) | 8,20 € (A)
ISBN 978-3-7855-7027-2
Leseprobe

Genre: Jugend-Fantasy



Klappentext:

Wenn du meinst, die achte Klasse ist heftig,
dann stell dir mal vor, das Ganze mit Fangzähnen und
einer Todesangst vor Knablauch durchzustehen!

Innerer Klappentext:

Vladimir Tod hat das bissige Etwas!

Wenn er sich aufregt, fährt er die Zähne aus.
Wenn er nicht schlafen kann, macht er sich einen Becher Blut warm.
Wenn er nicht zur Schule kommt, dann weil ihm Untote an die Gurgel wollen …

Klingt schräg?
Willkommen im Leben von Vladimir Tod, Halbvampir!



Rezension:

Vladimir Tod ist ein Halbvampir, der inmitten von Menschen heranwächst. Bei einem mysteriösen Brand sind seine Eltern ums Leben gekommen, seither lebt er bei der besten Freundin seiner Mutter, Tante Nelly. Für sie ist ihr bissiger Mitbewohner gar kein Problem und als Krankenschwester kommt sie auch recht leicht an Blutkonserven ran – denn dies unterscheidet Vlad von seinen Vampirgenossen: Er hat, bis auf eine einzige Ausnahme, noch nie einen Menschen gebissen und von ihm getrunken. Dieses Beispiel hat ihm sein Vater vorgelebt, der sich gegen das Vampirgesetz in eine sterbliche Menschenfrau verliebte und wegen ihr die Vampirstadt verließ, um eine Familie zu gründen. Klar, dass diese Tatsache Probleme auf den Plan ruft, denn der Rat fordert auch nach vierzehn Jahren noch immer die Bestrafung ein.

Als der Vertretungslehrer Mr. Otis an die Schule kommt, um Vlads Lieblingslehrer zu ersetzen, setzt in Vladimirs Leben eine Veränderung ein, die alles erschüttert, woran er bisher geglaubt hat. Nicht nur schmerzhafte Erinnerungen an seine Eltern und deren Tod werden wachgerüttelt, auch muss Vlad sich eingestehen, dass er entgegen seiner unerschütterlichen Annahme nicht der letzte Vampir auf der Erde ist. Und als wäre das noch nicht genug Trubel für einen Vierzehnjährigen, wird aus irgendwelchen Gründen auch noch das Mädchen auf ihn aufmerksam, in das er schon seit Ewigkeiten heimlich verliebt ist. Chaos jedweder Art ist also vorprogrammiert und ganz nebenbei muss Vlads sich auch noch vor den Schergen der Vampirstadt schützen, die fest davon überzeugt sind, dass er nicht nur in die kriminellen Fußstapfen seines Vaters treten wird, sondern auch an dessen Stelle die Strafe für sein Vergehen ertragen muss. Doch all diese Schwierigkeiten haben ihre Rechnung ohne Vladimir gemacht – und ohne die Unterstützung von seinem besten Freund Henry und seiner Ziehmutter Nelly.

Heather Brewer lädt den wahrscheinlich überwiegend jugendlichen Leser in ein Vampir-Universum ein, das endlich einmal nicht mit dem aktuellen Literatur-Hauptfaktor „Liebe“ spielt, sondern sich entgegen der Hysterie-Welle mit dem ganz normalen Leben eines Vierzehnjährigen befasst. Sofern denn der Sohn eines Vampirs und einer Menschenfrau auch nur auf irgendeine Art normal sein kann. Auf ansprechende Weise schafft die Autorin es im ersten Band um Vladimir Tod, ihre Charaktere und deren Umfeld vorzustellen, ohne dass der Leser bereits zu sehr ins Geschehen gezogen wird. Geradezu behutsam führt sie in die Geschichte ein, lässt diese langsam anlaufen und weckt somit nicht nur Neugier, sondern auch eine unterschwellige Ungeduld – wo werden Vlads Abenteuer ihn noch hinführen?

Der Zielgruppe angemessen gestaltet sind nicht nur die Charaktere – Vlad ist zwar irgendwie der typische Außenseiter, doch irgendwie auch wieder nicht. Er ist einfach irgendwie cool und sein bester Freund Henry, der um Vlads vampirisches Blut weiß, geht erstaunlich locker mit dieser Tatsache um. Auch die „Kings“ der Schule versuchen zwar hin und wieder, Vlad das Leben zur Hölle zu machen, doch auch wenn ihnen das manchmal ganz gut gelingt, lässt Vlad sich nie aus der Ruhe bringen. Gegenteilig schafft er es unheimlich gut, perfekt platzierte Konter zu geben und so den Leser noch mehr auf seine Seite zu ziehen. Doch auch sprachlich passt sich Heather Brewer dem jugendlichen Leser an. Sie versteht es, die Dialoge realistisch zu gestalten, und macht es so sehr leicht, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Vor allem Henry kann mit seinen zielgerichteten Sprüchen immer wieder Treffer landen und Punkte sammeln.

Vladimir Tod hat Blut geleckt eignet sich hervorragend als Serienauftakt, denn dieser erste Band verrät noch nicht zu viel darüber, was den Leser im Laufe der weiteren Geschichten erwarten könnte. Aber eben auch nicht zu wenig, um das Buch nach dem Lesen zur Seite zu packen und ein Egal-Gefühl den Folgebänden gegenüber zu empfinden.



Fazit:

Vampir-Jugend-Fantasy der anderen Art! Zwar geht es auch hier irgendwie um Liebe, doch diese nimmt keine tragende Hauptrolle ein. Ganz im Gegenteil bekommen hier auch männliche Leser endlich einen tollen Unterhaltungsstoff geboten, der mit ziemlicher Sicherheit durch folgende Bände ein Suchtpotential bekommen wird. Unterhaltsam und spitzfindig – perfekt für Jugendliche!



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Advertisements