cbj, 1. Auflage März 2011
Originaltitel: Spells
Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner
HC mit SU, 400 Seiten
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 26,90
ISBN: 978-3-570-13885-4
Leseprobe

Genre: Jugendfantasy



Klappentext:

»Ich kann doch nicht einfach bei dir hineinstürmen und dich einfordern. Ich kann dich doch nicht entführen! Ich kann nur abwarten und hoffen, dass du mich eines Tages fragst …«, sagte Tamani.
»Und wenn ich es nicht tue?«
Laurels Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
»Dann, schätze ich, warte ich für immer.«

Romantisch, faszinierend und betörend schön:
Der zweite Band der Dreiecks-Liebesgeschichte um das Elfenmädchen Laurel, die sich zwischen dem attraktiven David und dem geheimnisvollen Frühlingself Tamani entscheiden muss …



Rezension:

Knapp ein Jahr nach ihrer ersten Begegnung mit Tamani und all den danach folgenden Ereignissen erhält Laurel die Aufforderung zu einem achtwöchigen Aufenthalt an der Akademie Avalons, um dort all das (wieder) zu erlernen, was sie in den Jahren als Menschenkind vergessen hat. Für Laurel bedeutet das nicht nur die Opferung ihrer ersehnten Sommerferien, sondern auch die Trennung von ihrer besten Freundin Chelsea und ihrer großen Liebe David. Doch der Trennungsschmerz hält sich die Waage, denn neben den Zweifeln und der leichten Angst wächst auch die Vorfreude, Tamani wiederzusehen, mit jedem Tag, den Laurels Weg durch das Tor zur Elfenwelt näher rückt.
Die Zeit in der Akademie vergeht wie im Flug, Laurels Lehrplan ist vollgestopft und ihre Tage haben selten weniger als zwölf oder mehr Lernstunden, doch die wenigen Besuche Tamanis bringen zusätzlichen Glanz und werden zwischen den langen Tagen zu einer Art Anker, an dem Laurel sich nach jeder Verabschiedung wieder festhalten kann. Immer im Hinterkopf bleibt ihr dabei jedoch David, sodass sie sich niemals ganz fallenlassen und dem Drang, Tamani nahe zu sein, nachgeben kann. Doch auch nach den zwei Monaten geht Tamani ihr nicht mehr aus dem Kopf, und so gerät Laurel immer tiefer in den Sog ihrer Gefühle für beide Jungs, ohne sich klar für einen entscheiden zu können.

Als wäre das Gefühlschaos, in dem das Elfenmädchen steckt, noch nicht genug, kommen natürlich noch Probleme aus der Menschenwelt hinzu. So scheint zum Beispiel Laurels Mutter weder ganz zu begreifen, dass das kleine Mädchen, das einst zu ihr gelangte, tatsächlich aus einer anderen Welt stammen soll, noch kann sie damit umgehen. Das Verhältnis zwischen ihr und Laurel ist mehr als angespannt, während ihr Vater ganz locker mit der neuen Situation umgehen kann und seiner Tochter sogar einen neuen Spitznamen verpasst hat.
Außerdem wollen Laurels Elfen-Experimente nicht so gelingen, wie sie sollten, und natürlich schwebt die ganze Zeit über die unsichtbare Bedrohung durch die Orks in der Luft. Trotz allem versucht Laurel, beide Welten in Einklang zu bringen, ohne auf eine Seite (oder einen Jungen) verzichten zu müssen. Als jedoch die Gefahren der Elfenwelt erneut in ihr menschliches Leben eingreifen und die in Gefahr bringen, die ihr in dieser am liebsten sind, muss Laurel sich entscheiden, an wessen Seite sie wirklich gehört.

Laurel ist zurück und sofort begleitet der Leser sie auf ihren Weg in die Akademie Avalons. Der Aufenthalt dort ist jedoch – entgegen des inneren Klappentextes – von relativ kurzer Dauer, gemessen an der Seitenanzahl hätte Aprilynne Pike gerne mehr über Laurels Aufgaben und Erlebnisse dort in die Geschichte einfließen lassen können. Denn so lässt sich kein wirklicher roter Faden finden, der durch das Buch führt; vielmehr ist es ein ständiges Hin und Her, das nicht nur durch Laurels Hingezogenfühlen zu Tamani und David zustande kommt. Vielmehr ist es ein sanftes Dahinplätschern, nach dessen Ende der Leser sich fragt, was genau er eigentlich die letzten 400 Seiten gelesen hat. Das ist schade, zumal es schwer fällt, sich nach der langen Wartezeit wieder in Laurels Leben zu lesen.

Steigern hingegen konnte sich die Autorin in Sachen Charaktere. Neben den altbekannten Protagonisten, die sich im zurückliegenden Jahr weiterentwickelt haben, lernt der Leser auch neue Charaktere kennen. So trifft Laurel auf Tamanis Mutter und Nichte, außerdem taucht eine geheimnisvolle Unbekannte aus dem Nichts auf und springt David und Laurel bei einer Flucht hilfreich zur Seite. Welche Rolle diese neuen Charaktere jedoch in weiteren Büchern übernehmen werden, lässt Aprilynne Pike offen. Dies kann man positiv oder negativ sehen, etwas mehr Tiefgang wäre jedoch in vielerlei Hinsicht wünschenswert gewesen.

Sprachlich gesehen bewegt sich die Autorin nach wie vor auf sicherem Terrain – nicht nur jugendliche Leser können der Geschichte leicht folgen, auch Erwachsene fühlen sich nicht unterfordert. Elfenliebe bietet – rein sprachlich gesehen – die optimale Mischung, um Fans aus beiden Altersklassen zu erreichen und zu begeistern. Vor allem der Sprachstil macht es im zweiten Band um das Elfenmädchen Laurel leicht, sich durch die Seiten zu bewegen und immer weiter zu blättern. Für weitere Bände muss Aprilynne Pike sich auch inhaltlich wieder steigern, um ihre Fans dauerhaft bei Laune zu halten.



Fazit:

Nach einem starken Auftakt bekommt die Geschichte um Laurel und ihre beiden Jungs mit dem zweiten Band leider einen Dämpfer verpasst. Elfenliebe kann nicht zu hundert Prozent an den Zauber von Elfenkuss anschließen, sondern lässt im Gegenteil weitere Schwachstellen erkennbar werden. Wann die deutsche Reihe nun fortgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Und zu hoffen, dass es wieder eine Kehrtwende zum Positiven geben wird.



Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5



Pike, Aprilynne: Elfenkuss

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