PAN-Verlag, 1. Auflage April 2011
Originaltitel: Strange Angels
Aus dem Englischen von Sabine Schilasky
HC + SU, 384 Seiten
EUR (D) 16,99 | (A) 17,50
ISBN: 978-3-426-28345-5
Leseprobe

Genre: jugendliche Dark Fantasy


Klappentext:

Eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, ihm alles zu erzählen. »Hi, ich bin Dru. Mein Vater jagt Dinge, die du nur aus Gespenstergeschichten kennst. Ich helfe ihm, wenn ich kann.« Aber wer würde mir das schon glauben?

Rastlos zieht Dru Anderson mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt, bis er eines Abends nicht lebend von einem seiner Einsätze zurückkehrt. Jemand hat ihn ermordet – und hetzt ihn nun als Zombie auf Dru! Von diesem Moment an ist sie auf der Flucht vor eiskalten Feinden, die ihr nach dem Leben trachten. Offensichtlich wissen sie etwas über die Sechzehnjährige, das sie selbst nicht einmal ahnt. Aber was?


Rezension:

Die jugendliche Dru hat bereits als kleines Mädchen ihre Mutter verloren und wächst bei ihrem Vater auf, der sie von Zeit zu Zeit bei ihrer Großmutter zwischenparkte, wenn mal wieder ein gefährlicher Auftrag ansteht. Langweilig wurde diese Zeit jedoch für Dru niemals, denn ihre Großmutter brachte ihr viele Tricks bei, die sie im Umgang mit ihrer „Gabe“ mehr als gut gebrauchen kann – denn Dru ist anders als normale Teenager. Wie anders, wird erst im Laufe des Buches klar, weshalb die Rezensentin an dieser Stelle von tiefergehenden Informationen absieht.
Als Drus Vater von einem nächtlichen Einsatz nicht zurückkehrt und auch nicht anruft, wird Dru nervös. Zu Recht, denn plötzlich taucht ihr Vater als Zombie wieder auf und versucht, Dru zu töten. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihren eigenen Vater zu erschießen und anschließend aus dem Haus zu flüchten. In der Schule wird sie von Graves angesprochen, ein Halbasiate mit einer zu großen Nase für sein Gesicht, in die er aber sicher noch reinwächst – eine Tatsache, die zu wähnen die Autorin leider nicht müde wird. In Graves findet sie schließlich einen Freund sowie Schutz, und da sie sonst niemanden mehr hat, vertraut sie sich ihm schließlich an. Gemeinsam wollen sie aus der Stadt vor Drus offensichtlichen, aber noch unbekannten Feinden fliehen – welche Rolle der geheimnisvolle Junge Christophe, auf den Dru auf einem Hinterhof trifft, als sie nach dem Truck ihres Vaters sucht, in diesem ganzen Spiel übernimmt, ist ein zusätzliches Rätsel, das Dru lösen muss. Denn auch den Mörder ihres Vaters will sie um jeden Preis finden.

Den Versuch, eine erfolgreiche Jugendbuchreihe auf den Markt zu bringen, wagen derzeit viele Autoren aus dem (Dark) Fantasy-Gewerbe. Dass dies jedoch nicht jedem gelingen kann, wird im Auftakt zu Strange Angels von Lili St. Crow sehr schnell deutlich. Reichliche Kampfszenen mit detailreichen Beschreibungen der Zombies und anderen „Ungeheuer“ sind gerade jüngeren Jugendlichen nur mit Vorsicht zu empfehlen. Inhaltlich gibt der erste Band um Dru nicht besonders viel her, vielmehr dient das Buch tatsächlich als Anfüttermittel, um die Situation und die Charaktere kennen zu lernen. Was jedoch etwas schwer fällt, da Lili St. Crow in vielerlei Hinsicht oberflächlich bleibt und ihrer Protagonistin wirre Gedanken in den Kopf setzt. Obwohl direkt in die Handlung geworfen, braucht der Leser doch recht lange, um sich in die Geschichte und Zugang zu die Charakteren zu finden. Dabei sind die Charaktere und vor allem die Wesen, mit denen Dru immer wieder zu tun hat, grundsätzlich interessante Gestalten und verdienen einen weitaus größeren Spielraum, als die Autorin ihnen in Strange Angels zugestehen möchte.

Sprachlich gesehen bewegt sich Lili St. Crow wie gewohnt auf sicherem Boden. An die Zielgruppe angepasst sind der Sprachstil und die Gespräche sehr jugendlich gehalten, wobei Christophe durch etwas gehobene Sprache und Ausdrucksweise angenehm heraussticht. Überzeugen kann die Autorin jedoch auch hier kaum, da die Emotionen und Gedanken nicht immer authentisch dargestellt sind und mitunter sogar schlicht runtergeschrieben wirken.
Der Handlungsrahmen ist insgesamt leider sehr gering gehalten, zahlreiche Wiederholungen erwecken eher den Eindruck des Seitenfüllens auf Teufel komm raus, als dass sie wirklich zur Unterhaltung und Fortführung der Geschichte dienen. Diesen Fehler machte die Autorin leider auch schon bei ihrer Reihe um Jill Kismet, die sich jedoch mit jedem weiteren Band ein wenig steigern konnte. Für den Leser gibt es daher die leise Hoffnung, dass auch Strange Angels mit seinen Fortsetzungen punkten und überzeugen kann.

Abschließend bleibt lediglich die optische Aufmachung des Buches als wirklich positiv zu nennen. Zwar passt das eher ruhige Cover so gar nicht zum Inhalt des Buches und ruft der Schutzumschlag auf Grund der Beschichtung ein seltsames Gefühl an den Händen hervor, doch der PAN-Verlag versteht es ein ums andere Mal hervorragend, seine Titel zu Augenweiden werden zu lassen.


Fazit:

Einen wirren und nur wenig aussagekräftigen Serienauftakt liefert Lilith Saintcrow unter ihrem Pseudonym mit Strange Angels: Verflucht. Wie auch schon im Auftaktband zur Jill Kismet-Reihe stolpert die Autorin über ständige Wiederholungen, die nicht wichtig für die Handlung sind, sondern eher Füllmaterial zu sein scheinen. Die Vorfreude auf den zweiten Band hält sich daher in Grenzen, auch wenn dieser wahrscheinlich eine Chance erhalten wird.


Wertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 2/5


Saintcrow, Lilith: Jill Kismet I – Dämonenmal
Saintcrow, Lilith: Jill Kismet II – Schattenjagd
Saintcrow, Lilith: Jill Kismet III – Blutige Vergeltung

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