Dark Fantasy


cbt, 1. Auflage April 2011
Originaltitel: Embrace # 1
Aus dem Englischen von Sonja Häußler
Taschenbuch, 480 Seiten
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 15,50
ISBN: 978-3-570-38011-6
Leseprobe

Genre: jugendliche Dark-Fantasy


Klappentext:

An Violet Edens 17. Geburtstag gerät ihre Welt aus den Fugen. Sie erhält einen Brief ihrer verstorbenen Mutter und erfährt: Sie ist eine Grigori, ein Wächter-Engel – genau wie der unglaublich attraktive, nur leider so unnahbare Lincoln, für den sie schwärmt. Mit siebzehn erwachen ihre Fähigkeiten und rufen gefährliche Gegner auf den Plan. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie ihre Gabe annimmt in einer Welt, in der Engel des Lichts und Engel der Finsternis einen schrecklichen Kampf führen …

Romantisch. Dramatisch. Atemberaubend.


Rezension:

Violet ist ein normales Mädchen mit normalen Alltagsproblemchen. Ihr Vater arbeitet viel und ist kaum Zuhause, ihre Mutter starb bei ihrer Geburt. So hat Vi viel Zeit für ihre beste Freundin und das Training mit Lincoln, in den sie schon lange heimlich verliebt ist, der jedoch nichts von ihren Gefühlen zu ahnen scheint. Zu Violets siebzehnten Geburtstag bestellt ihr Vater sie in sein Büro, wo er ihr ein geheimnisvoll wirkendes Holzkästchen und einen versiegelten Brief überreicht – das Erbe ihrer Mutter, die lange vor ihrem Tod wusste, was mit dem siebzehnten Lebensjahr auf ihre Tochter zukommen würde. Denn Violet trägt wie ihre Mutter das Blut der Grigori in sich und ist dazu bestimmt, die gefallenen Engel des Lichts und der Finsternis auf den richtigen Weg und schließlich zurück ins Himmelreich zu bringen. Doch diese Neuigkeit soll nicht die einzige bleiben, mit der die Teenagerin ab diesem Tag klarkommen muss – denn noch mehr Geheimnisse kommen ans Licht und ziehen Violet immer tiefer zwischen die Fronten, ob sie nun will oder nicht. Und Lincoln wird nicht der Einzige bleiben, der sie auf diese ganz bestimmte Art anzieht …

Ein junges Mädchen, das seine wahre Bestimmung erfährt, in einen Krieg hineingezogen wird und zwischen zwei Männern steht – der Stoff, aus dem die Jugendliteratur der Dark Fantasy ist. Und tatsächlich scheint auf den ersten Blick auch Erwacht zu den typischen Klischee-Geschichten zu gehören, doch der Leser wird mit fortschreitender Seitenanzahl eines Besseren belehrt. Wirklich innovativ ist Violets Geschichte dabei zwar nicht, doch irgendwie hat dieses Buch etwas, das man bei anderen Romanzen dieser Art noch nicht entdeckt hat. Was genau, kann hier leider nicht in Worte gefasst werden, schließlich soll der Leser sich ja selbst ein Bild vom vorliegenden Roman machen. Für Freunde der paranormalen Literatur ist der Auftakt der Trilogie um die Wächter-Engel eine wahre Fundgrube und gerade Jugendliche dürften sich hervorragend unterhalten wissen. Der Zielgruppe entsprechend ausgerichtet ist die Sprache leicht zu lesen und leicht zu verstehen, sodass es für Erwachsene so manches Mal eventuell an Spannung fehlen könnte.

Dass es hier und da ein wenig holpert, ist gar nicht schlimm und kann durchaus als Debüt-krankheit abgetan werden. Zwar gibt sich Violet viel zu schnell mit ihrem neuen Leben zufrieden – jedem anderen hätte diese Entdeckung wahrscheinlich mehr Angst gemacht – , doch sie schafft es erstaunlich gut, mit der ganzen Wächter-Engel-Situation umzugehen. Ihre Freundschaft zu Lincoln wird hier auf eine harte Probe gestellt und mehr als einmal sieht es stark danach aus, als wäre sie zum Scheitern verurteilt. Jessica Shirvington versteht es hier sehr gut, den emotionalen Zwiespalt von Violett darzustellen, wobei nicht immer dieser andere Junge – Phoenix – für diese Verwirrtheit verantwortlich ist. Vieles liegt auch in der Vergangenheit begraben und kommt nur langsam ans Licht. Violet muss ihr Erbe als Grigori offiziell anerkennen und dies bedeutet einen einsamen und anstrengenden Weg, der Gefahren birgt und sie vor neue Herausforderungen stellt. Am Ende der anschaulich beschriebenen Reise, die einen der besten Teile des Romans darstellt, warten jedoch schon neue Aufgaben auf sie und sie muss schnellstens herausfinden, wem sie vertrauen kann. Die verschiedenen Charaktere, die insgesamt zum Einsatz kommen, dürfen sich im Folgeband hoffentlich auf längeres Mitspielen freuen, sehr gerne auch mit mehr Ecken und Kanten, denn mitunter sind die Protagonisten doch sehr glatt anzusehen.

Das Debüt von Jessica Shirvington hat noch einige Macken, die es in den Folgebänden glatt zu bügeln gilt. Trotzdem versprechen die Grundidee und der erste Band der voraussichtlichen Trilogie um die Wächter-Engel zumindest zeitweise gute Unterhaltung und einen spannenden Zeitvertreib. Verlockt steht schon jetzt auf der Leseliste für das kommende Jahr.


Fazit:

Ein anschauliches Debüt und ein Trilogie-Auftakt, der sich trotz kleiner Schwächen durchaus sehen lassen kann – Erwacht liefert Einblicke und einen guten Einstieg in das Leben und die Geschichte von Violet und den anderen Grigori. Der Fortsetzung Verlockt wird nun sehnsüchtig entgegen geblickt, um hoffentlich den Erwartungen des angefütterten Lesers gerecht zu werden.


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

UBooks, 1. Auflage April 2011
Taschenbuch, 272 Seiten
€ 12,95 (D) | € 13,40 (A)
ISBN: 978-3-86608-127-7

Genre: Dark Fantasy


Klappentext:

Eine geheimnisvolle Prophezeiung über das Ende der Welt.
Fünf Wesen, die als Retter vorherbestimmt sind.
Ein Vampir auf der Suche nach der Wahrheit.
Und ein Elfenkind, das den Schlüssel zu allem in sich trägt …

Die junge Aliénor ahnt nichts von der Existenz übernatürlicher Wesen, bis ein brutaler Überfall ihre geordnete Welt zerstört. Durch ihren Retter, den Vampir Frédéric, erfährt sie die Wahrheit über ihre Herkunft: Sie ist ein Elfenkind.
Verzweifelt macht sich Aliénor mit Frédérics Hilfe auf die Suche nach ihrem wahren Vater. Doch eine Rückkehr in die Welt der Elfen würde bedeuten, Frédéric für immer zu verlieren. Und das scheint undenkbar, hat das Elfenkind doch schon lange sein Herz an den charismatischen Vampir verloren …


Rezension:

Schon immer ist die Beziehung zwischen Aliénor und ihrem Vater sehr angespannt. Die junge Studentin versucht, das Beste aus der nicht sehr angenehmen Situation zu machen, und geht Konflikten meist aus dem Weg. Unterstützung hierbei findet sie vor allem bei ihrer besten Freundin und dem gesamten Freundeskreis, mit denen sie regelmäßig Unternehmungen macht. Bei einer nächtlichen Aktion, bei der sie in den Katakomben des Kölner Doms ausgelassen feiern, kommt es zu einem Angriff, der alle das Leben kostet – nur Aliénor hat Glück, denn sie befand sich gerade auf Erkundungstour in den umliegenden Gängen, als sie die Schreie von ihrem Ausgangsort hörte. Eine Stimme hält sie davon ab, dorthin zurückzukehren, und der junge Mann, der hinter dieser Stimme steckt, stellt sich als ihr Retter heraus. Am nächsten Morgen kann sich Aliénor zwar nicht mehr an den Überfall und ihre Rettung erinnern, spürt aber, das irgendetwas Schreckliches passiert ist. Als dann auch noch ihr Vater in ihr Zimmer stürmt und nach ihren abendlichen Aktivitäten befragt, steht fest, dass sich Aliénors Leben von nun an schlagartig verändern wird.
Denn ihr Vater ist ein Vampirjäger und hasst alles Nichtmenschliche, sie selbst nur adoptiert und außerdem das Kind eines Elfen. Die Rückenschmerzen, die sie seit mehreren Tagen plagen, künden von ihrer beginnenden Verwandlung und endlich erklärt sich auch die zierliche Statur des Mädchens. Und dann ist da noch dieser Mann, der ihr immer wieder im Kopf rumschwirrt, an den sie sich aber nicht erinnern kann – und der sie heimlich durch ihr Fenster beobachtet. Frédéric kennt Aliénors Geheimnis und steht ihr bei der Verwandlung zur Seite. Für Aliénor steht danach fest, dass sie nicht in ihrem Elternhaus bleiben kann – sie möchte ihre wahre Herkunft in Erfahrung bringen. Auch wenn das bedeutet, ihr bisheriges Leben komplett zurücklassen zu müssen. Wird sich ein Weg finden, der beides vereint?

Sowohl Vampir- als auch Elfen-Geschichten haben auf dem aktuellen Buchmarkt einen festen Platz in den Verkaufslisten gebucht. In ihrem Debüt verbindet Inka-Gabriela Schmidt beide Fantasy-Gestalten geschickt und schafft so eine unterhaltsame Geschichte, die als Reihenauftakt genau das beinhaltet, was der Leser zum Angefüttertwerden braucht: Nicht allzu komplizierte Charaktere, ein eher mittelmäßiger Plot und verschiedene offen bleibende Handlungsfäden, denen in den Folgebänden auf den Grund gegangen werden kann. Wenn man denn weiterlesen möchte, denn wie die meisten Debüts bringt auch Elfenkind so manche Schwachstelle mit sich, die das Lesevergnügen durchaus zu schmälern weiß.
So ist zum Beispiel die Sprache nicht gänzlich ausgereift, oftmals stolpert der Leser über Passagen, die zwar gewollt, aber nur in Grenzen gekonnt sind. Zwar merkt man, was die Autorin ausdrücken und rüberbringen will, doch atmosphärisch gibt es noch an einigen Szenen zu feilen – ein guter Grundstock ist in jedem Fall gelegt und definitiv vorhandenes Potential lässt auf eine gute Entwicklung hoffen, die vielleicht schon im zweiten Band erkennbar sein wird. Auch bei den Charakteren kann noch sich Inka-Gabriela Schmidt noch steigern, denn sowohl Aliénor als auch Frédéric haben noch einiges an Entwicklungspotenzial versteckt. Ebenso dürfen gern einige der Nebencharaktere jederzeit wieder auf den Plan treten. Sowohl sprachlich als auch bei den Charakteren fehlt aktuell noch die Raffinesse und das sich von anderen Büchern Abhebende – hier darf ruhig ein bisschen was gewagt werden, sonst geht der weitere Verlauf des Abenteuers, das an sich spannend zu werden verspricht, leider im Einheitsbrei des Dark-Fantasy-Marktes unter.

Wofür ein Lob ausgesprochen werden muss, ist erneut die Covergestaltung des UBooks-Verlages. Obwohl man sich die abgebildete weibliche Elfe nicht unbedingt als Aliénor vorstellen kann, vermittelt das Coverbild einen zarten und zerbrechlichen Eindruck. Durch die helle Farbgestaltung könnte zwar ein falscher Eindruck des Inhalts entstehen, doch gerade diese ist eine willkommene Abwechslung zu den normalerweise düsteren Covers dieses Literaturgenres.


Fazit:

Eine interessante Verbindung aus Hell und Dunkel schafft Inka-Gabriela Schmidt mit ihrem Debüt und gleichzeitigem Reihenauftakt Elfenkind. Wenn konkret an den Schwachstellen gearbeitet wird, dürften die Folgebände wohl ebenfalls den Weg in so manches Fantasy-Fan-Regal finden. Leichte Unterhaltung für zwischendurch ist garantiert.


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

PAN-Verlag, 1. Auflage April 2011
Originaltitel: Strange Angels
Aus dem Englischen von Sabine Schilasky
HC + SU, 384 Seiten
EUR (D) 16,99 | (A) 17,50
ISBN: 978-3-426-28345-5
Leseprobe

Genre: jugendliche Dark Fantasy


Klappentext:

Eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, ihm alles zu erzählen. »Hi, ich bin Dru. Mein Vater jagt Dinge, die du nur aus Gespenstergeschichten kennst. Ich helfe ihm, wenn ich kann.« Aber wer würde mir das schon glauben?

Rastlos zieht Dru Anderson mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt, bis er eines Abends nicht lebend von einem seiner Einsätze zurückkehrt. Jemand hat ihn ermordet – und hetzt ihn nun als Zombie auf Dru! Von diesem Moment an ist sie auf der Flucht vor eiskalten Feinden, die ihr nach dem Leben trachten. Offensichtlich wissen sie etwas über die Sechzehnjährige, das sie selbst nicht einmal ahnt. Aber was?


Rezension:

Die jugendliche Dru hat bereits als kleines Mädchen ihre Mutter verloren und wächst bei ihrem Vater auf, der sie von Zeit zu Zeit bei ihrer Großmutter zwischenparkte, wenn mal wieder ein gefährlicher Auftrag ansteht. Langweilig wurde diese Zeit jedoch für Dru niemals, denn ihre Großmutter brachte ihr viele Tricks bei, die sie im Umgang mit ihrer „Gabe“ mehr als gut gebrauchen kann – denn Dru ist anders als normale Teenager. Wie anders, wird erst im Laufe des Buches klar, weshalb die Rezensentin an dieser Stelle von tiefergehenden Informationen absieht.
Als Drus Vater von einem nächtlichen Einsatz nicht zurückkehrt und auch nicht anruft, wird Dru nervös. Zu Recht, denn plötzlich taucht ihr Vater als Zombie wieder auf und versucht, Dru zu töten. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihren eigenen Vater zu erschießen und anschließend aus dem Haus zu flüchten. In der Schule wird sie von Graves angesprochen, ein Halbasiate mit einer zu großen Nase für sein Gesicht, in die er aber sicher noch reinwächst – eine Tatsache, die zu wähnen die Autorin leider nicht müde wird. In Graves findet sie schließlich einen Freund sowie Schutz, und da sie sonst niemanden mehr hat, vertraut sie sich ihm schließlich an. Gemeinsam wollen sie aus der Stadt vor Drus offensichtlichen, aber noch unbekannten Feinden fliehen – welche Rolle der geheimnisvolle Junge Christophe, auf den Dru auf einem Hinterhof trifft, als sie nach dem Truck ihres Vaters sucht, in diesem ganzen Spiel übernimmt, ist ein zusätzliches Rätsel, das Dru lösen muss. Denn auch den Mörder ihres Vaters will sie um jeden Preis finden.

Den Versuch, eine erfolgreiche Jugendbuchreihe auf den Markt zu bringen, wagen derzeit viele Autoren aus dem (Dark) Fantasy-Gewerbe. Dass dies jedoch nicht jedem gelingen kann, wird im Auftakt zu Strange Angels von Lili St. Crow sehr schnell deutlich. Reichliche Kampfszenen mit detailreichen Beschreibungen der Zombies und anderen „Ungeheuer“ sind gerade jüngeren Jugendlichen nur mit Vorsicht zu empfehlen. Inhaltlich gibt der erste Band um Dru nicht besonders viel her, vielmehr dient das Buch tatsächlich als Anfüttermittel, um die Situation und die Charaktere kennen zu lernen. Was jedoch etwas schwer fällt, da Lili St. Crow in vielerlei Hinsicht oberflächlich bleibt und ihrer Protagonistin wirre Gedanken in den Kopf setzt. Obwohl direkt in die Handlung geworfen, braucht der Leser doch recht lange, um sich in die Geschichte und Zugang zu die Charakteren zu finden. Dabei sind die Charaktere und vor allem die Wesen, mit denen Dru immer wieder zu tun hat, grundsätzlich interessante Gestalten und verdienen einen weitaus größeren Spielraum, als die Autorin ihnen in Strange Angels zugestehen möchte.

Sprachlich gesehen bewegt sich Lili St. Crow wie gewohnt auf sicherem Boden. An die Zielgruppe angepasst sind der Sprachstil und die Gespräche sehr jugendlich gehalten, wobei Christophe durch etwas gehobene Sprache und Ausdrucksweise angenehm heraussticht. Überzeugen kann die Autorin jedoch auch hier kaum, da die Emotionen und Gedanken nicht immer authentisch dargestellt sind und mitunter sogar schlicht runtergeschrieben wirken.
Der Handlungsrahmen ist insgesamt leider sehr gering gehalten, zahlreiche Wiederholungen erwecken eher den Eindruck des Seitenfüllens auf Teufel komm raus, als dass sie wirklich zur Unterhaltung und Fortführung der Geschichte dienen. Diesen Fehler machte die Autorin leider auch schon bei ihrer Reihe um Jill Kismet, die sich jedoch mit jedem weiteren Band ein wenig steigern konnte. Für den Leser gibt es daher die leise Hoffnung, dass auch Strange Angels mit seinen Fortsetzungen punkten und überzeugen kann.

Abschließend bleibt lediglich die optische Aufmachung des Buches als wirklich positiv zu nennen. Zwar passt das eher ruhige Cover so gar nicht zum Inhalt des Buches und ruft der Schutzumschlag auf Grund der Beschichtung ein seltsames Gefühl an den Händen hervor, doch der PAN-Verlag versteht es ein ums andere Mal hervorragend, seine Titel zu Augenweiden werden zu lassen.


Fazit:

Einen wirren und nur wenig aussagekräftigen Serienauftakt liefert Lilith Saintcrow unter ihrem Pseudonym mit Strange Angels: Verflucht. Wie auch schon im Auftaktband zur Jill Kismet-Reihe stolpert die Autorin über ständige Wiederholungen, die nicht wichtig für die Handlung sind, sondern eher Füllmaterial zu sein scheinen. Die Vorfreude auf den zweiten Band hält sich daher in Grenzen, auch wenn dieser wahrscheinlich eine Chance erhalten wird.


Wertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 2/5


Saintcrow, Lilith: Jill Kismet I – Dämonenmal
Saintcrow, Lilith: Jill Kismet II – Schattenjagd
Saintcrow, Lilith: Jill Kismet III – Blutige Vergeltung

EgmontLyx, 1. Auflage Mai 2011
Originaltitel: Up in Smoke
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
Klappenbroschur, 304 Seiten
€ 9,99 (D) | € 10,30 (A)
ISBN: 978-3-8025-8391-9
Leseprobe

Genre: Romantic Fantasy


Klappentext:

Wer einen Drachen liebt, spielt mit dem Feuer …

Die Doppelgängerin May ist die Seelengefährtin des Silberdrachen Gabriel. Doch auch der attraktive Dämon Magoth gibt sich die größte Mühe, May für sich zu gewinnen. Und dieser fällt es immer schwerer, seinen Verführungsversuchen zu widerstehen. Umso erschütterter ist sie, als Gabriel sie bittet, dem Werben des Dämons nachzugeben. Was führt der Drache im Schilde?


Rezension:

Sechs Wochen ist May schon in Abbadon gefangen und von ihrem Werdrachen, dem silbernen Wyvern Gabriel, getrennt. Aus sehr eigennützigen Gründen möchte der Dämonenfürst Magoth, an den May seit ihrer Erschaffung gebunden ist, nun eine Hochzeit celebrieren, um May zur Gattin zu nehmen und durch diese Bindung wieder die reale Welt betreten zu können. Im Gegensatz zu der Doppelgängerin erkennt Gabriel in dieser Tatsache ein Druckmittel, mit dem May zumindest dem Anschein nach zurück in seine Arme gelangen kann. Natürlich ist dies nicht der einzige Knackpunkt, dem May und ihre Freunde sich stellen müssen – auch Cyrene, Mays Zwilling ohne gesunden Menschenverstand, steht mit einem mehr oder weniger riesigen Problem auf der Matte. Und wer, wenn nicht May, sollte die Dinge wieder richten? Neben den typischen Drachenangelegenheiten und –streitereien gibt es außerdem Schwierigkeiten mit dem alten Drachenartefakt, das bei einem Kampf vermeintlich zerstört wird. Gabriel steht May in sämtlichen Belangen nicht nur mit Rat zur Seite, sondern erobert auch ihr Herz (und ihren Körper) ein ums andere Mal erneut. Doch ist ihre gegenseitige Bestimmung tatsächlich schon außer Gefahr?

Im zweiten Band um die Silberdrachen kann bis auf wenige Szenen mit altbekannten Charakteren leider kein Punkt wirklich überzeugen. Die Handlungsstränge und auftauchenden Probleme sind sehr wirr, die Aufklärung nur mangelhaft und auch die in dieser Drachenserie hauptsächlich agierenden Charaktere haben kaum Überzeugungskraft. Während May oftmals eher an einen verliebten Teenager erinnert und mit ihrem Liebesgetaumel ziemlich gezielt die Nerven des Lesers strapaziert, bleibt Gabriel sehr oberflächlich – ganz im Gegensatz zu Ash und Drake, die in Dragon Love zu nahezu jedem Zeitpunkt glänzen konnten. Obwohl auch Gabriel in der Vorgängerserie seine großen Auftritte und tollen Momente hatte, verliert er in Viel Rauch um nichts viel von seiner Ausstrahlung.
Was genau hier passiert ist, kann man als Leser jedoch nicht wirklich festhalten – es fehlt ganz einfach etwas, um die Sache rund zu machen. Was schade ist, denn nach der amüsanten, aber auch anspruchsvollen Unterhaltung, die Dragon Love bot, waren die Erwartungen an die nachfolgende Serie recht hoch. Katie MacAlister schafft es, jedenfalls in Band zwei, jedoch nur an seltenen Stellen, ebendiese zu erfüllen.

Seltsamerweise passt der Titel des zweiten Bandes erstaunlich gut zum Inhalt, allerdings eben nicht auf positive Weise. Der Leser bleibt nach den nur dreihundert Seiten, was für einen MacAlister-Roman verdammt wenig ist, enttäuscht und unbefriedigt zurück. Denn selbst für dieses recht dünne Buch ist zwischen den Seiten viel zu wenig erkennbarer Inhalt verborgen, der den Ansprüchen der Drachen-Fans gerecht wird. Sprachlich unverändert hat die Autorin jedoch in Wort- und Szenenwitz deutlich nachgelassen, einzig kleine Momente mit dem Dämonenhund Jim und die viel zu selten gestreuten Dialoge zwischen Ash und Drake verstehen auf bekannte Weise zu unterhalten.

Es bleibt abzuwarten, ob es im dritten Band gelingt, das Leserherz wieder vollends für die Silberdrachen schlagen zu lassen. Drachen-Neueinsteigern sei jedoch geraten, in jedem Fall die vierbändige Dragon Love-Reihe zuerst zu lesen.


Fazit:

Leider schwächelt MacAlisters zweite Drachenreihe bereits im zweiten Band stark. Nicht nur der Umfang, sondern auch der Inhalt ist mehr enttäuschend als überzeugend und bietet in keiner Weise einen würdigen Nachfolger der Dragon Love-Serie. Man kann nur hoffen, dass die Autorin sich in Band 3 um die Silberdrachen wieder gefangen und zu ihrer geschätzten Schreibart zurück gefunden hat.


Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


MacAlister, Katie: Silver Dragons I – Ein brandheißes Date
MacAlister, Katie: Dragon Love I – Feuer und Flamme für diesen Mann
MacAlister, Katie: Dragon Love II – Manche lieben’s heiß
MacAlister, Katie: Dragon Love III – Rendezvous am Höllentor
MacAlister, Katie: Dragon Love IV – Höllische Hochzeitsglocken

Page & Turner, 1. Auflage August 2010
Originaltitel: Hush Hush
Aus dem Amerikanischen von Sigrun Zühlke
Klappenbroschur, 384 Seiten
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 26,90
ISBN: 978-3-442-20373-4
Leseprobe

Genre: Romantic/Dark Fantasy


Klappentext:

Sein Geheimnis ist seine Herkunft,
und seine Anziehungskraft ist überirdisch.

Als Nora ihm zum ersten Mal begegnet, weiß sie gleich, dass seine tiefschwarzen Augen mehr verbergen als offenbaren: Patch wirkt geheimnisvoll, fast unheimlich auf sie, und Nora ist zutiefst fasziniert von seiner rätselhaften Ausstrahlung. Doch zugleich macht Patch ihr auch Angst. Denn immer öfter hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden, und sie wird den Verdacht nicht los, dass Patch etwas damit zu tun haben könnte. Irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Wo kommt er her, warum fühlt sie sich so sehr zu ihm hingezogen – und diese Narbe auf seinem Rücken, was hat sie zu bedeuten? Immer tiefer wird Nora verstrickt in Ereignisse, in denen Himmel und Hölle ganz nah beieinander liegen …


Rezension:

Nora hatte nie viel mit Patch zu tun, eigentlich nahm sie ihn nicht einmal wirklich wahr bis zu dem Zeitpunkt, als der Junge mit den geheimnisvollen Augen im Unterricht neben sie gesetzt und ihr als fester Arbeitspartner zugeteilt wird. Für Nora ist dieses Unterfangen eine Zumutung, schließlich konnte sie immer großartig mit ihrer besten Freundin zusammen arbeiten. Diese Vertrautheit fehlt in der Zusammenarbeit mit Patch, doch ihr Lehrer besteht auf den neuen Sitzplan und ist der Meinung, dass zusätzliche Verbundenheit durch gemeinsame Nachhilfestunden gefördert werden kann. Da Nora sich alles andere als wohl mit dieser Entscheidung fühlt, versucht sie zwar, ihre Überzeugungskraft auf den Lehrer anzuwenden, scheitert allerdings an der Hartnäckigkeit desselben. Und obwohl Nora mitunter Angst vor Patch hat, kann sie sich doch auch seiner Anziehungskraft nicht verwehren, die mit jedem Treffen und jeder kleinsten, scheinbar zufälligen Berührung stärker wird. Doch Patch hütet ein Geheimnis und nicht ohne Grund ist er so plötzlich in Noras Schule aufgetaucht. Wie sehr er jedoch Noras Leben tatsächlich durcheinander bringen wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal annähernd …

Liebesgeschichten zwischen menschlichen Jugendlichen und übernatürlichen Wesen stehen derzeit hoch im Kurs, nicht nur in der Jugendliteratur. Auch Becca Fitzpatrick springt mit ihrer Serie um Nora und Patch auf dieses bereits mehrfach eingerittene Zugpferd auf – allerdings mit dem Unterschied, dass trotz des relativ ausgelutschten Grundplots tatsächlich eine lesenswerte Geschichte dabei heraus kommt. Denn die Autorin bedient sich nicht ausschließlich typischen Fragmenten dieser erfolgreichen Art der Literatur, sondern versteht es, Altbekanntes mit kleinen und feinen neuen Zügen zu verbinden. Das macht Engel der Nacht zwar grundlegend zu nichts wirklich Neuem, lässt den Leser aber doch so manche Überraschung erleben.
Ihre Charaktere sind dabei, ebenfalls eine Mischung aus Bekanntem und Unerwartetem, erstaunlich individuell gestaltet. So macht es Spaß, gemeinsam mit Nora im Laufe der Zeit dem zugegebenermaßen sehr hochtrabenden, aber auch überzeugenden Charme von Patch zu erliegen. Trotzdem haben beide ihre Ecken und Kanten, die sie sympathisch und authentisch wirken lassen und dem Leser so die Möglichkeit geben, sich ganz auf sie und ihre Geschichte einzulassen. Man bekommt Einblicke in das Leben eines normalen Mädchens, das mit einer Situation einfach überfordert ist und das auch unumwunden zugeben kann, und in die Hintergründe eines Jahrhunderte alten Krieges.

Trotz der bekannten Elemente fühlt man sich als Leser nicht vor etwas schon mal Gelesenes gesetzt, sondern darf sich über überraschende Wendungen freuen, die Engel der Nacht zu einem sich abgrenzenden Exemplar der jugendlichen Dark Fantasy machen. Natürlich ist die Anziehung zwischen Nora und Patch reichlich klischeebeladen, doch feine Unterschiede lassen ebendiese Klischees in einem anderen, besseren Licht stehen. Ebenfalls Pluspunkte kann Becca Fitzpatrick mit dem sprachlichen Aufbau gewinnen – nahezu durchgehend bekommt der Leser ein gutes Gefühl für das Geschehen in den Köpfen der Protagonisten, ohne sich selbst als geduldeter Eindringling vorzukommen. Die Autorin versteht es, den Leser ins Geschehen zu ziehen und sogar ein Stück weit in die Geschichte einzubinden – ganz zu schweigen von der möglichen Identifizierung diverser Charaktere.

Die optische Aufmachung des Page&Turner-Verlages rundet das Buch noch ab, sodass nicht nur der Inhalt stimmt, sondern auch die Optik ein wahrer Augenschmaus ist. Nun heißt es für alle Angefütterten abwarten, denn der deutsche Erscheinungstermin des zweiten Bandes ist bei Erstellen der Rezension noch nicht bekannt.


Fazit:

Ein wundervoller Serienauftakt, der gerade genug offenbart, um den Leser anzufüttern und ihn neugierig auf weitere Romane um Nora und Patch zu machen. Atmosphäre, Charaktere, sprachliches Niveau und optische Aufmachung verbinden sich hier zu einem Lesegenuss, den Erstlingswerke nur selten bieten können.


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Egmont Lyx, 1. Auflage Januar 2011
Originaltitel: Redemption Alley
Aus dem Amerikanischen von Nadine Mannchen
Klappbroschur, 384 Seiten
9,95 € [D] | 10,30 € [A]
ISBN: 978-3-8025-8308-7
Leseprobe

Genre: Urban Fantasy



Klappentext:

Das Böse lauert im Verborgenen

In Santa Luz verschwinden Menschen, und die Dämonen stehen im Verdacht, dafür verantwortlich zu sein. Die Jägerin Jill Kismet übernimmt die Ermittlungen. Gleichzeitig muss sie auch den vermeintlichen Suizid eines Polizisten aufklären … und deckt dabei Verrat in den eigenen Reihen auf. Jill kämpft jetzt an allen Fronten und kommt einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur, das die gesamte Stadt in Gefahr bringt!



Rezension:

Ich hasse Gäste. Vor allem, wenn ich sie nicht eingeladen habe. Und ganz entschieden uneingeladene Gäste, die nicht einmal warten, bis ich die Tür ganz geöffnet habe, bevor sie versuchen, mich umzubringen.
Kleiner Tipp: Wenn ihr darauf aus seid, eine Jägerin in einen Hinterhalt zu locken, dann macht es
nicht in ihrem eigenen Haus. Jeder Ort, an dem ein Jäger sich schlafen legt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit gut gesichert. Und wenn ihr relativ wenig Probleme habt, einzubrechen, dann solltet ihr euch ernsthaft fragen, wie schwer es wird, wieder rauszukommen. Wenn man sich als Jäger einen Schlafplatz wählt, dann nicht, ohne jeden noch so kleinen Winkel und jede Nische wie die eigene Westentasche zu kennen – was auch beinhaltet, dass er oder sie es merkt, wenn eine nachlässige Höllenbrut durch ein Fenster eingestiegen ist und schwer atmend hinter der Eingangstür hockt.
(Seite 169)

Spurlos verschwinden in Santa Luz Menschen, ohne dass sich jemand darum kümmert oder dafür verantwortlich fühlt. Bevor dieses Verschwinden überhaupt bemerkt wird, muss Jill Kismet von einem engen Vertrauten mit einem persönlichen Fall betraut werden – dem angeblichen Selbstmord eines Polizei-Kollegen. Im Zuge der Ermittlungen stellt sie Verbindungen zwischen diesem Suizid und dem Verschwinden mehrerer unschuldiger Bürger ihrer Stadt fest – Grund genug, der Sache ernsthaft nachzugehen und auch die übernatürliche und vor allem dunkle Seite in Betracht zu ziehen. Bei der Besichtigung des letzten Ortes, wo das bisher letzte (bekannte) Opfer verschwand, stößt Jill auf eindeutige Spuren: Santa Luz steht eine Scurf-Epidemie bevor, deren Ausmaße sich nicht einmal Jill vorzustellen wagt. Es heißt also nicht nur, den sich ausbreitenden Scurf Einhalt zu gebieten, sondern auch das Verschwinden von Unschuldigen zu unterbinden und ganz nebenbei noch den offensichtlichen Mord an einem Polizisten aufzuklären.

Kein Problem für Jill, die über jede Art der Ablenkung dankbar ist, die sie vergessen lässt, dass ihr geliebter Werpuma Saul nicht an ihrer Seite ist. Denn dieser besucht seine kranke Mutter in ihren letzten Tagen und steht ihr am Sterbebett bei, was Jill auch dazu bringt, ihre Sorgen und Gedanken für sich zu behalten, um ihren Liebsten nicht noch zusätzlich zu belasten. Dass Jill trotzdem ihre Aufpasser, die in Sauls Interesse handeln, um sich scharrt, ist unter Werwesen eine Selbstverständlichkeit – nachdem Saul Jill im zweiten Band Schattenjagd offiziell als seine Partnerin angenommen hat, gehört sie zu ihnen und wird als ihresgleichen behandelt. Dazu gehört auch gegenseitiger Schutz und bedingungslose Unterstützung, was Jill gerade in Bezug auf die Scurf-Plage überaus gelegen kommt. Aber auch aus unerwarteter Richtung wird sie bei ihren Ermittlungen unterstützt, auch wenn Jill trotz aller Unterstützung mit Verlusten konfrontiert wird – auch in den eigenen Reihen, was den im Klappentext genannten Verrat umso schlimmer macht.

Mit Blutige Vergeltung setzt Lilith Saintcrow ihre durchwachsene Reihe um Jill Kismet gelungen fort. Kleine Schwachstellen aus den beiden Vorgängern konnten ausgemerzt oder umgangen werden und zum ersten Mal bekommt die Protagonistin einen wirklichen Handlungsstrang an ihre Seite. Das Fehlen eines aktiven Werpumas in diesem Teil ist dabei hilfreich, denn die Gedanken an Saul lenken Jill zwar auch ab, doch mitunter scheint genau diese Sehnsucht das zu sein, was Kismet am Leben hält – und Jill befördert sich (oder lässt sich befördern) in so manche ungünstige Situation, bei der sie nur haarscharf entkommen kann. Doch entgegen der übertriebenen Wirkung aus Band 1 und Band 2 sind diese Nahtod-Erfahrungen, die Jill hier macht, stimmig und zum Plot passend. Und auch Percys wenige Nebenbei-Erwähnungen in Form von gedankenblitzen Jills stellen einen großen Unterschied zu dem aktiven Einbeziehen und Eingreifen ins Geschehen in den Vorgängerbänden dar. Obwohl dieser Charakter ein überaus gelungener Bösewicht und damit Gegenpol zur Protagonistin darstellt und die allmonatlichen Besuche ein amüsantes Vergnügen für den Leser waren, so ist das Ausbleiben ebendieser auch mal eine erfrischende Abwechslung und ein Beweis dafür, dass Lilith Saintcrow von ihrem sicheren Plan abweichen kann.

Die Idee, die hinter dem angekündigten Verrat steckt, und die Vielfalt der dahinter liegenden Fäden machen aus Blutige Vergeltung, zumindest zu einem größeren Teil als die Vorgänger, endlich zu dem, was man sich von einer Urban Fantasy-Reihe erhofft: actiongeladene Spannung, mutige und bisweilen übermütige Charaktere und kleine Überraschungen, die selbst den eingefahrensten Leser wieder für die Geschichte begeistern können. Zwar schade, dass es drei Teile brauchte, um derartiges auszulösen, aber besser spät als nie, und vielleicht war dieser Vorlauf auch wichtig für die Entfaltung der Charaktere.
Fakt ist wohl, dass Blutige Vergeltung der bisher überzeugendste Jill Kismet-Band ist und man nun hoffen darf, dass die Autorin – trotz der Rückkehr Sauls und dem hoffentlich Wiederauftauchen Percys – diese Art aufrecht erhalten kann und mit den folgenden Bänden gleichfalls Begeisterung auslösen wird. Ein weiterer Beweis in der Literaturwelt, dass man nicht unbedingt falsch daran tut, auch nicht so tollen Serienauftakten die Chance der Entwicklung zu geben.



Fazit:

Lilith Saintcrow schafft es mit jedem neuen Jill Kismet-Band, den Leser ein kleines bisschen mehr zu überzeugen. Auch Blutige Vergeltung hat noch immer Schwachstellen zu verzeichen, doch Stück für Stück findet der Leser endlich seinen Weg in und durch Kismets Welt und freut sich bereits jetzt auf den Folgeband Totenzirkus, der voraussichtlich im September 2011 erscheinen wird.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5



Saintcrow, Lilith: Jill Kismet I – Dämonenmal
Saintcrow, Lilith: Jill Kismet II – Schattenjagd
Crow, Lili St.: Strange Angels I – Verflucht


Egmont Lyx, 1. Auflage Januar 2011
Originaltitel: Playing with Fire
Aus dem Amerikanischen von Margarethe van Pée
Klappbroschur, 325 Seiten
9,95 EUR (D) | 10,30 EUR (A)
ISBN: 978-3-8025-8390-2
Leseprobe

Genre: Romantic Fantasy



Klappentext:

Ein Spiel mit dem Feuer

May Northcott besitzt die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen und in der Welt der Schatten zu wandeln. Sie ist jedoch an den Dämon Magoth gebunden, für den sie magische Artefakte stehlen muss. Bei einem ihrer Diebeszüge begegnet May dem gutaussehenden Anführer der Silberdrachen Gabriel Tauhou. Dieser erkennt in May sofort seine Seelengefährtin. Obwohl sich auch May zu ihm hingezogen fühlt, sträubt sie sich zunächst gegen ihre Gefühle. Doch wenn ein Drache einmal in Liebe entbrannt ist, gibt er so schnell nicht auf …



Rezension:

May ist eine Doppelgängerin – erschaffen aus einem Wesenszug ihres Zwillings Cyrene, die dafür ihren gesunden Menschenverstand geopfert hat – und verfügt über die Möglichkeit, sich in Schatten zu verwandeln. Dies kommt ihr auf Diebeszügen, die sie im Auftrag ihres Erschaffer-Dämons Magoth ausführt, sehr entgegen, denn es ist anderen Personen nahezu unmöglich, sie zu entdecken – es sei denn, der Raum ist hell beleuchtet. Als sie nach einem versehentlichen Mitgehenlassen von Quintessenz zum Tatort zurückkehrt, um das Diebesgut dem rechtmäßigen Besitzer zurück in die Vitrine zu stellen, werden sie und Cyrene von einem Hund namens Jim überrascht, der sich selbst Gassi führt. Schnell stellt sich heraus, dass Jim ein Dämon in Hundegestalt ist und das Grundstück, über das sie sich ins Haus des Quintessenz-Besitzers schleichen wollen, an niemand Geringeren als Aisling Grey und Drake Vireo vermietet wurde. Kurz darauf lernt sie Gabriel kennen und der Funke springt sofort über – doch das Leben wäre nicht das Leben, würde es dem Glück nicht einige Steine in den Weg legen.
So ist Magoth, an den May gebunden ist, nicht nur hinter dem Phylakterium her, an dem auch Drake und Gabriel großes Interesse haben, auch Drakes Bruder Kostya – Anführer der schwarzen Drachen – macht größere Schwierigkeiten, als die Meisterdiebin anfangs ahnt. Und dann ist da noch die Tatsache, dass auf den Silberdrachen ja eigentlich ein Fluch liegt, der die Geburt einer Gefährtin vollkommen ausschließt. Mit Hilfe von Aisling, die hochschwanger ist und von Drake kaum aus den Augen gelassen wird, sucht May nach einem Weg, sämtliche Probleme zu lösen. Doch das gelingt nur in einigen Punkten …

Das Warten hat endlich ein Ende und Dragon Love-Fans, die schon sehnsüchtig die Tage im Kalender abgestrichen haben, können endlich den ersten Band Ein brandheißes Date der zweiten Werdrachen-Reihe Silver Dragons von Katie MacAlister in den Händen halten. Fast ehrfürchtig hält man das etwas mehr als dreihundert Seiten starke Buch in der Hand und traut sich gar nicht, es anzufangen – schon vorher weiß man, dass es viel zu schnell wieder vorbei sein und dann das Warten erneut seinen Anfang haben wird. Doch dann kann man sich nicht mehr zurückhalten und fängt das Lesen an – erst skeptisch und zurückhaltend, denn was, wenn die Autorin ihr gesamtes Pulver in den vier Bänden um die grünen Drachen und Aisling Grey verschossen hat? Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sämtliche Bedenken völlig umsonst waren. Ein brandheißes Date überzeugt ab der ersten Seite und knüpft fast nahtlos an das Lesevergnügen von Dragon Love an – nicht nur qualitativ, sondern auch inhaltlich.

Denn neben interessanten neuen Charakteren wie May, ihren Zwilling Cyrene und den offenbaren Bösewicht Magoth gibt es auch ein Wiedersehen mit bereits lieben gelernten Gesichtern: Ash, Jim, Drake samt Bodyguards und natürlich Gabriel, um dessen Drachensippe sich der Hauptteil des vorliegenden Serienauftakts dreht. Hierbei zeigt Katie MacAlister einmal mehr, dass sie in der Lage ist, ihre Charaktere überaus lebendig und sympathisch zu gestalten. Es macht einfach Spaß, die Protagonisten beim Stolpern von einem Fettnäpfchen ins nächste zu beobachten, und durch ihre bereits bekannten spritzigen und humorvollen Dialoge gewinnt die Autorin das Leserherz ein weiteres Mal in Windeseile. Gerade Fans von trockenem Humor dürften auf ihre Kosten kommen und die Lachmuskeln des Öfteren beanspruchen.

„Hört auf!“, brüllte Drake, aber ich ignorierte ihn. Ich saß auf Kostya und schlug seinen Kopf auf die Fliesen. „Gabriel! Halt deine Gefährtin zurück!“
„Mayling, du musst aufhören. Kostya hat einen zu dicken Schädel, du machst nur die Fliesen kaputt.“

Wie man es aus den vier Dragon Love-Bänden schon kennt, dreht sich auch bei den Silver Dragons im Grunde alles um die Liebe und den Sex. Doch entgegen des argen Sträubens, das Ash noch im kompletten ersten Band an den Tag legte, stellt May recht schnell fest, dass sie nicht auf Gabriel verzichten kann. Einige Dinge scheinen überstürzt, doch Katie MacAlister hat diese kleinen Stolpersteine so perfekt verpackt, dass man sich daran gar nicht lange aufhalten möchte und solch winzige Schnitzer gerne schnell wieder vergisst – die Belohnung wartet auf jeder neuen Seite. Sprachlich darf man sich erneut auf leichte und unterhaltsame Kost freuen, denn die Autorin bleibt ihrem Schreibstil treu und verschafft dem Leser so kurzweilige und amüsante Stunden.

Obwohl die Reihe um die Silberdrachen eine eigenständige ist, sollte man Dragon Love im Voraus lesen. Vieles aus dem Plot um Ash und Drake taucht hier wieder auf und könnte für komplette Neueinsteiger leicht zu Irritationen führen, weil Hintergrundinformationen fehlen. Hier ist es ein wenig schade, dass die Autorin sich nicht mehr bemüht hat, die Geschichte etwas unabhängiger zu gestalten und nicht allzu viele Punkte aus der Vorgeschichte so stark einzubinden. Trotzdem bleibt auch Ein brandheißes Date eine lesenswerte und in sich stimmige Geschichte – und durch ein sehr gemeines offenes Ende hat die Autorin selbst auf den letzten Seiten noch mal den Köder in Richtung Leser ausgeworfen: Man kann gar nicht anders, als wissen zu wollen, wie es weitergeht, und blickt nun sehnsüchtig dem Erscheinungstermin von Viel Rauch um nichts im Mai 2011 entgegen.



Fazit:

Auch mit der zweiten Reihe um ihre Werdrachen beweist Katie MacAlister, dass nicht nur Vampire und Elfen ihren Reiz auf die Romantasy-Leser ausüben. In gewohnter Manier unterhält sie ihre Fans, die dabei weder auf bereits geliebte noch auf neue, ähnlich grandiose Charaktere verzichten müssen. Für alle Dragon Love-Fans ein Muss!



Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5



MacAlister, Katie: Silver Dragons II – Viel Rauch um nichts
MacAlister, Katie: Dragon Love I – Feuer und Flamme für diesen Mann
MacAlister, Katie: Dragon Love II – Manche lieben’s heiß
MacAlister, Katie: Dragon Love III – Rendezvous am Höllentor
MacAlister, Katie: Dragon Love IV – Höllische Hochzeitsglocken

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