Erotik


UBooks, 1. Auflage September 2010
Hardcover, 144 Seiten
mit rund 140 Bildern in Farbe von Janwillem den Hollander
€ 17,95 (D) | € 18,45 (A)
ISBN: 978-2-86608-145-1

Genre: erotischer Bildband


Klappentext:

Bambi lädt ein.
Es wird ein heißer Trip durch die Gedankenwelt einer tätowierten und gepiercten jungen Frau, die selbstbewusst von One-Night-Stands, Analsex und vollgepinkelten Betten berichtet, mal ratgebertauglich, mal augenzwinkernd und warnend, aber immer entwaffnend lustig und unterhaltsam.

Tja, meine Damen und Herren: So kann eine selbstbewusste und emanzipierte Dame von Welt auch auftreten.

Aber keine Sorge: Bambi beißt nicht.


Rezension:

Bambi Lovedoll ist in einschlägigen Kreisen längst bekannt: Mit sehr provozierenden Bildern und wenig gehaltvollen Texten kennt man sie bereits von ihrer Internetseite. Für Fans sollte daher das vorliegenden Buch eine willkommene Ablenkung zu den flimmernden Bildchen auf dem Computer-Monitor sein, und nicht nur das: Endlich kann man Bambi nicht nur anschauen, sondern quasi auch in den Händen halten. Denn mit Willkommen in Bambiland bekommt man nicht nur ein wenig mehr Text als gewohnt, sondern auch zahlreiche Bilder ganz nach Bambi-Mentalität. Gewohnt provokativ in zu den Texten passenden Settings lässt sich Bambi Lovedoll von Janwillem den Hollander in Szene setzen, zeigt dabei wie immer sehr freizügig, was sie hat, und erzählt nebenbei die eine oder andere Anekdote aus ihrem Leben.

Dass man mit diesem Buch-Debüt keine literarische Neuentdeckung oder gar Besonderheit erwarten darf, sollte bereits beim Anblick des Covers klar sein. Den Leser erwartet hier vor allem eins: Körperkunst und -kultur. Es geht um Selbstdarstellung in Form von Piercings und Tattoos, um provokante Stellungen und kontroverse Themen, die auch in der heutigen Gesellschaft größtenteils noch immer als Tabu-Themen behandelt werden, um Sex in seinen möglichsten und unmöglichsten Formen – teils für so manches zarte Gemüt sicher auch peinlich berührend, für manch anderes noch viel zu harmlos. Obwohl die Welt inzwischen der Sexualität doch recht aufgeschlossen ist, dürfte sich der eine oder andere sehr wahrscheinlich peinlich berührt fühlen von den freizügigen Fotos und sehr direkten texten. Doch wer trotz der eindeutigen Covergestaltung etwas anderes erwartet, als ihm geliefert wird, der darf sich nicht wundern – Bambi Lovedoll spricht eine eindeutige Sprache und nimmt weder ein Blatt vor den vorlauten Mund noch eine Verhüllung vor den nackten Körper. Und ist es nicht genau das, was sie ausmacht und was Fans von ihr sehen, hören und in diesem Fall lesen wollen?

Die meisten Fotos sind hervorragend auf ihre dazugehörigen Texte abgestimmt, doch zwischendrin finden sich auch immer wieder Bilder, die Bambi sehr vielseitig zeigen. Mitunter fragwürdige Posen und Aussagen verbinden sich zu einem nahezu explosiven Gemisch, das sowohl begeistern können als auch anstößig wirken wird. Doch wie so oft ist der Grat zwischen beiden Extremen auch hier ein äußerst schmaler – und genau das ist schlussendlich auch der Grund, warum Willkommen in Bambiland den Weg in so einige Regale finden wird. Wenn auch nicht in jedes auf direkt sicht- und greifbarer Höhe.


Fazit:

Literarisch wertvoll ist Bambis Buch-Debüt sicherlich nicht – Leser mit derartigen Erwartungen sollten an diesem Stück der erotischen Literatur definitiv vorbei gehen. Wer sich jedoch mit teils anspruchsvollen, teils aber auch sehr provokativen Bildern und unterhaltsamen, wenn auch nicht immer geschmackvollen Anekdoten aus Bambis Leben die Zeit vertreiben möchte, ist mit Willkommen in Bambiland sehr gut versorgt.


Wertung:

Fotos: 4,5/5
Texte: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


fallen star Verlag, 1. Auflage April 2010
Taschenbuch, 136 Seiten
EUR 11,90 (D)
ISBN: 978-3-94232-201-0
Leseprobe

Genre: Erotischer Roman



Klappentext:

Aleas Freundin Fabienne ist verzweifelt. Der Ruf und die Existenz ihres Nobel-Etablissements, des Lady’s Paradise, stehen auf dem Spiel, als dort Diebstähle stattfinden.
Das Lady’s Paradise ist ein Erholungscenter speziell für Frauen. Alle Wünsche werden ihnen dort erfüllt von Wellness bis hin zu atemberaubenden Edel-Callboys.
Als Kundin getarnt begibt sich die Privatdetektivin Alea auf Ermittlungen der besonderen Art …



Rezension:

Für Alea hat sich mit der kleinen Privatdetektei ein Traum erfüllt – sie ist unabhängig und kann sich ihre Arbeit aussuchen. Sicher ist durch die kleinen Aufträge, die sich größtenteils aus stundenlangen Beschattungen untreuer Ehemänner und dem anschließenden Aufklären der gehörnten Ehefrauen zusammenschließen, kein prunkvolles Leben möglich, doch Alea ist zufrieden und kann sich, mitunter dank kleinerer Aushilfsjobs als Kaufhausdetektivin, gut über Wasser halten.
Als ihre beste Freundin Fabienne sie nach einem schlauchenden Tag um Hilfe bittet, möchte Alea erst ablehnen, doch da die Freundin normalerweise nicht viel Wind um kleinere Angelegenheiten macht, wird sie schnell neugierig und macht sich auf den Weg zum Nobel-Anwesen, auf dem Fabienne ihr Luxushotel der besonderen Art unterhält. Die bevorstehenden Ermittlungen sind eine willkommene Abwechslung zu den ermüdenden Fremdgeher-Aufträgen. Dass Alea dort jedoch nicht nur verdeckte Ermittlerin, sondern vor allem auf Gast sein wird, bringt einige angenehme Überraschungen mit sich.

Bereits Cover und Rückseite vom Paradies der Lust geben, unabhängig vom Titel, einen nicht falsch zu verstehenden Eindruck, was den Leser erwartet. Und die Erwartungen dürften nicht enttäuscht werden, denn Lara Sailor versteht es in ihrem Debüt-Roman, zahlreiche Zielgruppen anzusprechen. Sowohl homoerotische – männlich und weiblich – als auch heterosexuelle Begegnungen sind gegeben, und neben den ansprechenden erotischen Sequenzen gibt es einen nicht unbedingt anspruchsvollen, aber unterhaltsamen Krimi-Plot.
Während die Autorin die erotischen Teile des Buches in einer sehr sanften Atmosphäre hält, rutscht die Aufklärung des Falles oftmals in den Hintergrund und scheint von Anfang an eher eine Nebensächlichkeit zu sein. Weder die Indizien noch die Täter kommen wirklich zum Zug, man erfährt auch nichts über Motive – insgesamt wird der Fall am Ende zu schnell aufgeklärt, fast wirkt es ein bisschen, als wäre Sailor noch eingefallen, dass sie den Krimi-Plot ja noch auflösen muss.

Sprachlich ist die Autorin noch nicht ausgefeilt genug, um wirklich zu fesseln. An manchen Stellen wären umgangssprachliche Dialoge und Feinheiten angebrachter und passender gewesen, obwohl die formale Sprache wahrscheinlich zum Etablissement passen sollte. Hier muss Lara Sailor bei folgenden Büchern versuchen, ein gesundes Mittelmaß zu finden und dem Leser eine angenehme Mischung zu bieten – wie sie es, für ein erotisches Debüt – inhaltlich ganz gut hingekriegt hat. Es liest sich fließend und bietet kurzweilige Unterhaltung, wirklichen Anspruch sollte man allerdings nicht erwarten. Für Einsteiger in das Genre der erotischen Literatur eignet sich der Erstling dieser jungen Autorin wirklich gut, erfahrene Erotikromanleser werden das Buch wahrscheinlich schnell lesen und anschließend vergessen.



Fazit:

Paradies der Lust vereint ansprechende Erotik mit einem leichten, nicht sehr anspruchsvollen Krimi-Plot. Angenehm und leicht zu lesen bietet der Roman vor allem kurzweilige Unterhaltung.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5


Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1. Auflage Februar 2010
Taschenbuch, 240 Seiten
€ 8,95 (D) | € 9,20 (A)
ISBN: 978-3-499-25243-3
Leseprobe

Genre: Erotische Kurzgeschichten



Klappentext:

In diesen verführerischen Geschichten nehmen sich Frauen, was sie begehren: Da verliebt sich eine Stripperin in einen reichen Araber. Eine Frau bekommt zu ihrem Geburtstag eine ganz besondere Tantra-Massage geschenkt. Ein Paar erfüllt sich im Urlaub eine langgehegte Phantasie. Und bei einem erotischen Lesezirkel macht Tanja ungeahnte sinnliche Erfahrungen …



Rezension:

Mit Samtene Nächte legt Aveleen Avide ihre zweite erotische Kurzgeschichtensammlung vor. Der Klappentext reißt bereits kurz an, welche Leckerbissen den Leser darin erwarten, das Buch hält jedoch viel mehr bereit.

Erotischer Zirkel
Bei einem Lesezirkel der besonderen Art lesen sich eine Gruppe Frau gegenseitig anregende Passagen aus erotischen Romanen vor, um anschließend darüber zu diskutieren. Die Autorin baut hier eine angenehme Atmosphäre auf und macht den Leser neugierig, ob es auch in seiner Stadt derartige Lesezirkel geben könnte.

Kuschel-Luder
Auch hier spielt eine besondere Zusammenkunft die Hauptrolle der Geschichte, in der ein ehemaliger Liebhaber durch Veränderungen erneut Gingers Interesse weckt.

Soll ich … oder soll ich nicht?
In dieser Kurzgeschichte zeigt die Autorin, wie reizvoll das Tanzen sein kann – sowohl für den Zuschauer als auch für die Tänzerin. Und es wird mit den Träumen vieler junger Frauen gespielt, die sich nach der ganz speziellen Verbindung sehnen.

Heiße Wünsche
Ein glücklich verheiratetes Paar bekommt Besuch von einem langjährigen Freund, welcher dem Ehemann dabei hilft, seiner Frau einen geheimen Wunsch zu erfüllen.

Wie man sich bettet …
Die Geschichte um Duvessa stellt ein schönes Beispiel dafür dar, dass auch schöne Menschen manchmal Niederlagen erleiden müssen und nicht immer das bekommen, was sie wollen und worauf sie Anspruch erheben.

Lockende Versuchung
Theaterbesitzerin Jessica nutzt ihre über dem Theater liegende Wohnung für voyeuristische Ausflüge in ihren Theatersaal, der nach der Vorstellung gerne von Tänzern genutzt wird, um Frauen zu imponieren.

Annes süße Versuchung
Anne und Harald sind seit Jahren verheiratet und glücklich mit sich und ihren Kindern. Anne ist stets bemüht, auch das Liebesleben unterhaltsam und abwechslungsreich zu gestalten, damit ihr Mann nie mit dem Gedanken des Fremdgehens spielt. Dass ausgerechnet sie selbst sich während des Urlaubs mit einer Freundin auf einen anderen Mann einlässt, ruft nicht nur ein schlechtes Gewissen hervor.

Spieglein … Spieglein …
Ebenfalls eine voyeuristische Geschichte, die allerdings sehr viel mehr Stil hat als das Theaterstück zwei Geschichten vorher. Sehr geschmackvoll wird hier von zwei Paaren erzählt, die den Reiz des Zuschauens und Zuschauenlassens voll auskosten. Die wahrscheinlich beste Geschichten in dieser Sammlung.

Ein Höschen flattert im Wind
Frauke ist unglücklich in ihrer Ehe mit Dietmar und sucht schnellen, erfüllenden Sex bei einer Discotour. Claudio zeigt ihr, dass sie auch nach einigen Jahren Ehe noch begehrenswert ist und Männern durchaus auffällt. Nach der Nacht mit Claudio und nur wenig Schlaf wird sie von ihrem Mann unsanft geweckt – was sucht ihr Höschen im Baum vor dem Schlafzimmerfenster?

Sinneslust
Zum Geburtstag bekommt Susanna von ihren besten Freundinnen eine Tantra-Massage geschenkt. Nicht wissend, was sie dort erwartet, macht sie sich auf den Weg zum Studio und trifft dort auf einen Mann, mit dem sie vor einigen Jahren fast einen OneNightStand gehabt hätte, sich aber in letzter Sekunde anders entschied. Ein Fehler, wie sie an diesem Nachmittag feststellen wird. Ein Highlight in der Sammlung und ein guter Abschluss.

Insgesamt bietet Avides zweite Sammlung nicht wirklich viel Abwechslung. Der Aufbau und auch die Grundideen der Charaktere ähneln sich sehr, sodass die einzelnen Geschichten nur wenig Neues bieten und der Leser sich schnell an bereits vor einigen Seiten gelesene Szenen erinnert fühlt. Auch inhaltlich gibt es ansprechendere und anspruchsvollere Erotik-Literatur auf dem Markt.
Trotzdem ist Samtene Nächte kein Buch, von dem man abraten würde – neue Ideen, um eingefahrene Beziehungen aufzulockern und wieder in Schwung zu bringen, liefert diese Kurzgeschichtensammlung in jedem Fall. Zwar schafft die Autorin es nur bedingt, sich aus der breiten Masse der erotischen Literatur abzuheben, da sie ihre guten Ideen nicht individuell verpackt. Dennoch ist das Buch für jeden empfehlenswert, der zwischendurch Lust auf leichte, erotische Kost hat.



Fazit:

Samtene Nächte stellt eine lockere, seicht unterhaltende Bettlektüre dar, die nicht hundertprozentig zu überzeugen weiß. Als angenehme Ablenkung aus dem alltäglichen Einerlei fallen die teilweise neuen Ideen zwar auf, gehen aber durch die sprachliche Gestaltung leider im Einheitsbrei unter.



Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


UBooks, 1. Auflage Februar 2008
Taschenbuch, 144 Seiten
€ 13,90 (D) | € 14,30 (A)
ISBN: 978-3-86608-064-5

Genre: Erotik



Klappentext:

«Demütig» ist der lang erwartete Nachfolger des Bestsellers «Devot»!

Cosette erfreut die Leser wieder mit Kurzgeschichten rund um das Thema Demütigung und Züchtigung.
Die SM-Geschichten klingen jedoch reifer und handeln diesmal auch von gleichgeschlechtlichem Sex und Fem-Dom.
Cosette entführt den Leser in historische, fantastische und zeitgenössische Welten. Und es gibt ein Wiedersehen mit der ein oder anderen Figur aus Cosettes Debüt «Devot».



Rezension:

Die Kurzgeschichtensammlung Demütig umfasst sieben sehr unterschiedliche Storys über die schönste Nebensache der Welt, wobei die Autorin mit sehr ruhigen, teilweise aber auch sehr provozierenden Szenen arbeitet. Mit Formulierungen, die in keiner Weise anstößig wirken, gelingt es Cosette, dem Leser das SM-Spiel näher zu bringen, ohne dieses als ein unbedingtes Muss aufzudrängen.
Jede Geschichte hat ihren eigenen Hintergrund, sodass nicht nur der Sex eine Rolle spielt, sondern tatsächliche Geschichten erzählt werden. Dadurch wird das Buch sehr viel lockerer, als man es von diesem Genre erwarten würde, und stellt einen gar nicht so großen Unterschied zu „normaler“ Literatur dar.

Sodom City – S wie Sklave … oder Sadist:
Die erste Geschichte der Sammlung entführt uns in eine Stadt unter der Stadt, wo die sexuellen Gelüste uneingeschränkt ausgelebt werden dürfen. Ein neuer Besucher wird, ob eines Irrtums, als Sklave in die Sitten von Sodom City eingeführt, schön dargestellt ist hier, wie sehr man mit bestimmten Annahmen falsch liegen kann.

Heilige Hure:
Der Leser wird in den Tempel der Göttin Epiphila entführt, wo er die junge Sklavin Shalisé kennen lernt, die ihr Leben ganz der Göttin verschrieben hat. In diesem Tempel kommen die Besucher in den Genuss der durch die Sklavinnen weitergegebenen Göttlichkeit … und Shalisé wurde von einem ganz besonderen Besucher ausgewählt …

Sünderin! – Die Bekehrung der Prudence N.:
Ein junges Mädchen wird vom Gemeindepfarrer für seine Sünden bestraft, und das nicht mit dem Beten von Ave Marias. Eine interessante Sichtweise auf die Kirche und ihre Arbeit mit Sündern.

Unter Fleurs Fuchtel:
Zwei Dienstmädchen, die sich ein wenig Ablenkung vom Alltag verschaffen, bekommt der Leser hier auf dem Silbertablett serviert. Während eine schon erfahrener ist, verzehrt sich die andere danach, ebenfalls die Lust des Schmerzes kennen zu lernen. Fleur nimmt sich ihrer Freundin an, bis sie schließlich heiratet und weggeht. Doch was wird aus Jeanne?

Jahrmarkt der Masochisten:
Ein Jahrmarkt zieht durch die Lande und macht auch in dem kleinen Dorf von Shiobán Halt. Die junge Frau kann sich nicht gegen ihre Neugier erwehren und schleicht sich nachts aus dem Elternhaus, um einen Blick auf die ungewöhnlichen Schausteller zu erhaschen. Angezogen vom Unbekannten findet sie heraus, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.

Zartbitter-Schokolade und Milchbrötchen:
Interessant verpackt die Autorin das SM-Spiel hier in eine homoerotische Story, die sich mit dem Außenseiterdasein eines zugezogenen Schülers befasst. Ausgerechnet der Star des Basketballteams ist es, in den sich Stew verguckt. Und dieser scheint zumindest einem Abenteuer nicht abgeneigt …

Entmenschlicht – Die hündischen Diener des Sheik Al Jassin:
Die einzige Geschichte, die wirklich aus dem Rahmen schlägt und die Leserschaft in zwei Lager spalten dürfte. Der Leser bekommt hier einen ganz speziellen Einblick in das Gebiet der Demütigung, und es fällt schwer, das Lustempfinden nachvollziehen zu können.

Als Gesamtwerk betrachtet, bietet Demütig eine willkommene Abwechslung zu normaler Erotik-Literatur, da Neulinge behutsam in das Genre eingeführt werden, Erfahrene aber trotzdem auf ihre Kosten kommen dürften. Leser, die sich generell nur mit Altbekanntem beschäftigen und nur ungern neue Grenzen kennen lernen, sollten jedoch die Finger von diesem und anderen Büchern der Autorin lassen.



Fazit:

Die Autorin gewährt interessante Einblicke in eine Art des erotischen Spiels, die von der Allgemeinheit als abartig und unnormal angesehen wird. Ein unanstößiges Lesevergnügen sowohl für Neulinge als auch Erfahrene auf dem Gebiet des SM – vorausgesetzt, man ist offen für Neues.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5


UBooks, 1. Auflage Oktober 2008
Taschenbuch, 128 Seiten
€ 13,90 (D)
ISBN 978-3-86608-108-6

Genre: Erotik



Klappentext:

Was geschah im Turmzimmer,
bevor der Prinz Dornröschen wachküsste?
Wie befriedigt man ein devotes Schneewittchen?
Und wie reagiert eine Dämonenjägerin,
die sich in ihr Opfer verliebt hat?

Verlockende Vampire, dominante Prinzessinnen, devote Engel und lüsterne Dämonen entführen den Leser in eine märchenhaft-erotische Welt.
Inka Loreen Minden lässt in ihrem Buch keine Träume unerfüllt und erzählt uns Märchen voller Lust, Verlangen und Leidenschaft.
Dunkle Sehnsüchte und knisternde Erotik bringen die Fantasie zum Kochen.



Rezension:

Mit Blick auf den Klappentext erwartet man erotische Abwandlungen bekannter Märchen – halt eine Märchensammlung für Erwachsene. Dass diese Erwartungen sehr hoch angesetzt sind, wird leider recht schnell deutlich, denn einige der vorgestellten Geschichten sind plump und somit alles andere als anregend. Doch die gesammelten Werke enthalten auch einige Versuchungen, die das verlockende Versprechen des Titels definitiv einhalten.

Dunkle Sehnsucht, I und II:
Während man beim ersten Teil dieser aufgesplitteten Geschichte zuerst einmal „schon wieder Vampirkram, fällt denn niemandem mehr was anderes ein?“ denkt, kann der zweite Teil – trotz des Vampir-Themas – durchweg überzeugen. In beiden Teilen wird schnell klar, dass der dargestellte Sex nicht die Hauptaussage sein soll.

Brennende Begierde, I bis III:
Die etwas andere Art der bekannten Geschichte „Die Schöne und das Biest“ überzeugt durch kleine Details und der sehr nahen Orientierung am Original. Trotz des abgewandelten Endes bekommt man einen Eindruck dessen, was im Leben wirklich wichtig sein sollte – und das ist in erster Linie nicht die Lust an der Lust.

Dämonenglut und Engelslust, I und II:
Bei diesem Stück werden besonders Liebhaber der Homo-Erotik auf ihre Kosten kommen. Dass die Story schon durch ihren Titel überzeugt, muss wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden, denn er sagt genau aus, worum es in der Geschichte geht – die auch körperliche Liebe zwischen einem Dämon und einem Engel. Doch auch inhaltlich wird wundervoll dargestellt, wie sehr Unterschiede sich manchmal anziehen können. Einzig das Ende hat einen bitteren Nachgeschmack und wirkt, als wollte die Autorin einen besonders spektakulären Abschluss bringen.

Die Leiden des jungen Schneewittchen:
Hier wird das bezaubernde Märchen leider ziemlich ins Lächerliche gezogen, obwohl die Umsetzung der Autorin überraschend anders ist, als man vermuten möchte. Diese Story gehört eindeutig zu den schlechteren der Sammlung.

Verbotenes Verlangen:
Attraktive Männer mit dunklen Geheimnissen findet man auf dem aktuellen Buchmarkt zuhauf. Da ist es nicht weiter erstaunlich, auch in dieser Geschichtensammlung ein solches Exemplar zu finden. Trotz des altbekannten Charakterstoffes hat diese Story etwas Neues, und die Umsetzung stellt eine erfrischende Abwechslung zum bekannten Einheitsbrei dar.

Dämon ihres Herzens:
Ein modernes Märchen, bei dem klar wird, dass man sich nicht aussuchen kann, wo die Liebe hinfällt, und dass es immer einen Weg gibt, sein Glück zu finden. Neben den Sexszenen spielt das geheim gehaltene Verlangen und seine Offenbarung eine wichtige Rolle. Eine Geschichte, die das Buch um Längen aufwertet.

Elbfeuer:
Auch hierbei handelt es sich um ein Märchen, das sehr gut in die aktuellen Zeiten passt und sich im Fantasy-Bereich ansiedelt. Im Gegensatz zu allen anderen Geschichten in der Sammlung gibt es hier keine eindeutigen sexuellen Handlungen, vielmehr wird darauf aufmerksam gemacht, dass Erotik viel mehr als simpler Sex sein kann. Mein persönlicher Liebling der Verlockenden Versuchungen!

Dornröschen – die zuckersüße Wahrheit:
Was ging wirklich im Schloss vor sich, bevor Dornröschen von ihrem Prinzen wach geküsst wurde? Diese Frage haben sich wahrscheinlich schon viele gestellt, und die Antwort liefert die Autorin mit ihrer Kurzgeschichte – auf eine sehr amüsante Weise, die zum Schmunzeln einlädt.

Die Moorhexe:
Die stark abgewandelte Geschichte des Rotkäppchens gehört zu den mittelmäßigen Geschichten der Sammlung, was vor allem daran liegt, dass das Augenmerk zu sehr auf die sexuellen Handlungen gelegt wurde und die Erzählung selbst dabei ziemlich untergeht.

Rapunzels Spezialauftrag:
In der letzten Story der Verlockenden Versuchungen werden viele Märchenfiguren eingesetzt bzw. erwähnt, die im Grunde weder was miteinander zu tun haben noch zusammen passen. Leider kann auch der Inhalt nicht überzeugen, sodass diese Geschichte als Abschluss eher ungeeignet ist.

Insgesamt kann man sagen, dass nicht jede Geschichte in der Kurzgeschichtensammlung ein Glücksgriff war, das Buch aber trotzdem lesenswert ist. Viele Formulierungen werden wiederholt, sodass das Lesen mancher Stücke etwas müßig ist, trotzdem wird jeder Leser seine persönlichen Favoriten und kleine Diamanten finden.
Leider passt das Cover so gar nicht zum Inhalt, ein leicht phantastisch angehauchtes Bild, wie man sie von Agnieszka Szuba bei einigen anderen UBooks-Büchern kennt, würde definitiv einen besseren Vorgeschmack auf die märchenhaft gehaltenen Storys geben.



Fazit:

Verlockende Versuchungen ist eine erotische Kurzgeschichtensammlung für die nette Unterhaltung zwischendurch, die sich nur teilweise an den altbekannten Märchen orientiert. Insgesamt kann sie zwar nur mäßig überzeugen, hält aber durchaus kleine Glanzstücke bereit.



Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 2/5


UBooks Verlag, 1. Auflage September 2009
Broschur, 160 Seiten
€ 13,90 (D)
ISBN: 978-3-86608-111-6

Genre: Erotik



Klappentext:

Daphne und Jesper sind seit mehreren Jahren verheiratet. Beide glauben, sie würden den anderen genau kennen, auch in sexueller Hinsicht.
Da ändert sich auf einmal Daphnes Verhalten. Jesper vermutet dahinter einen Liebhaber, und er sucht heimlich in Daphnes Tagebuch nach einem Hinweis darauf. Doch es ist alles anders.
Sie verzehrt sich vor Liebe und Lust nach ihm und wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihm unterworfen zu werden.
Jesper beschließt, Daphne in ein raffiniertes Spiel aus Zärtlichkeit und erotischen Strafen zu verwickeln. Doch dieses Spiel ist nicht ungefährlich und droht seiner Kontrolle zu entgleiten …



Rezension:

Das Tagebuch der Sklavin verspricht dem Leser in seiner Aufmachung mit Titel und Klappentext leider etwas anderes, als dieser letztlich geboten bekommt, denn das Tagebuch kommt nicht wirklich zur Geltung. Zwar startet das Buch mit einem Tagebucheintrag und es werden auch immer wieder Einträge gezeigt, doch insgesamt hat Viola selbst wenig mit der Handlung zu tun. Nur in einer Handvoll Szenen spielt es tatsächlich eine Rolle.

Auch der im Klappentext erwähnte Kontrollverlust, der droht, ist nicht aus der Story spürbar. Jesper scheint ab und zu ein wenig unsicher, doch insgesamt ist er sich seiner Wirkung und seines Handelns durchaus bewusst. Die Züchtungen und Bestrafungen, die er sich einfallen lässt, geschehen alle zur Luststeigerung seiner Frau Daphne. In keinem Moment hat man als Leser den Eindruck, dass die Gefahr eines Kontrollverlustes besteht.

Was dem Buch leider fehlt, ist eine wirkliche Handlung. Die Szenen sind nahezu ausschließlich auf die beschränkt, die Daphne als Sklavin und Jesper als ihren Meister darstellen. Das liegt wohl auch daran, dass das Spiel, was es für beide anfänglich ist, lediglich am Wochenende stattfindet und deshalb die normalen Werktage ausgeblendet werden. Dadurch lernt man aber auch die Protagonisten nicht gut kennen, denn es fehlen alltägliche Einblicke.
Erst als Jesper darauf besteht, dass Daphne ihren Job kündigt und in seinem Büro anfängt, lernt man die Welt außerhalb des Hauses der Experimentierfreudigen kennen. Doch auch hier bekommt man nicht die Chance, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, alles ist nur oberflächlich angekratzt und ohne Tiefgang.

Sprachlich bietet Viola ebenfalls keine Raffinessen. Die Dialoge erscheinen sehr klischeehaft und wirken nicht besonders glaubwürdig. Fraglich ist hierbei, ob die Autorin sich bei ihren Recherchen nur auf einschlägige Quellen verlassen hat oder ob die Szene wirklich so funktioniert.
Insgesamt macht das Buch wenig Spaß. Die Schilderungen der Sexszenen sind nur mäßig ansprechend und machen keine große Lust, selbst etwas in dieser Richtung auszuprobieren. Einzig die wenigen Tagebucheinträge, die einen kleinen Einblick in Daphnes Seele geben, machen das Buch etwas persönlicher und zugänglicher. Da diese aber nur gering verstreut sind, kommt das Lesen einem Entlanghangeln gleich, ohne dass man im Geschehen versinken kann und möchte.

Durch ein offenes Ende bleibt dem Leser abschließend die Möglichkeit, den beiden Protagonisten zu wünschen, dass sie ihr Glück gefunden haben und in ihrer Ehe weiterhin glücklich und zufrieden sein können.



Fazit:

Viola – Das Tagebuch der Sklavin ist kein Buch, das sich für völlige Neueinsteiger eignet. Es gewährt jedoch einige Einblicke in eine etwas andere Welt der sexuellen Lust, ohne diese aufzudrängen – es ist vielmehr ein leises Herantasten an etwas Neues, das nicht besonders überzeugt und schnell wieder in Vergessenheit gerät.



Wertung:

Handlung: 2/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 1,5/5


Sieben Verlag, 1. Auflage Mai 2009
Taschenbuch, 224 Seiten
Euro 16,50 [D] 
ISBN-13: 978-3-94023-541-1

Genre: phantastische Erotik



Klappentext

Schatten – feine Nebelgespinste der Nacht, die die Sinne umschmeicheln …
Versuchungen – reizvoll, verbotenes Verlangen von Körper und Geist …

… lassen Sie sich von Autoren wie Christoph Marzi, Barbara Büchner, Christian von Aster, Ascan von Bargen, Alisha Bionda, Guido Krain, Aino Laos und weiteren Wortschöpfern auf sehr unterschiedliche Weise in Versuchung bringen – und in das Reich der Schatten und der Erotik entführen.

Erotik ist oft nur ein Blick, der sich in Seele und Körper frisst und nicht wieder loslässt. Ein Lächeln, ein koketter Wimpernschlag, eine sanfte Berührung oder eine feine Duftnote, die einen umgibt.

Erotik ist die feine Nuance, die geheime Saiten in uns zum Schwingen bringt, die zwischen den Zeilen schwingt und wie Safran unser Leben würzt – aber auch scharf wie Chili in jedem von uns brennt.

Folgen Sie uns auf die düster-phantastischen Pfade der Lust, des Schmerzes und der Erfüllung.



Rezension

Schleichend und direkt, offensichtlich und angedeutet, vielseitig und eintönig – die Anthologie Schattenversuchungen zeigt, wie facettenreich Sex und Erotik sein können. Zwanzig ganz unterschiedliche Geschichten schaffen Bilder, Gedanken, Fantasien – und Lust.

Die 13. Fee
Geschickt und behutsam wird das bekannte Märchen „Dornröschen“ als düsterer Mantel um die erotische Erzählung gehüllt. Anfangs zieht sich die Story lustvoll hin, um schließlich schnell und verhältnismäßig kurz den erotischen Höhepunkt zu erlangen und in einem horrorartigen Ende mit Grauen zu schließen.

Vampirja
Eine sehr nachvollziehbare und reale Situation, die von einem philosophisch angehauchten Einstieg zu sanften erotischen Bildern wechselt und aufzeigt, dass Lust auch durch Schmerz geweckt werden kann, beides nah beieinander liegt und manchmal eng verknüpft ist.

Oh, Geliebte!
Dass Erotik manchmal nur ein Augenblick und stummes Verlangen sein kann, beweist diese Geschichte um einen Mann, der seine Angebetete jahrelang aus der Ferne anhimmelt und sie schließlich vor ihren scheinbaren Peinigern retten möchte. Auch wird hier gezeigt, wie falsch manches verstanden werden kann und wie leicht es ist, sich in etwas hineinzusteigern.

Adrian
Erotik bedeutet auch Hingabe um jeden Preis, beinhaltet die Gefahr des Sich-Vergessens und ist oft ein Verschwimmen von Realität und Fantasie.

Die letzte Versuchung
Ein Träumer mit kirchlichem Hintergrund, der in seinen erotischen Träumen von einem Succubus (weiblicher Dämon, der seinen Opfern im Traum die Lebensenergie raubt) heimgesucht wird und durch sein anschließendes Handeln die Geschichte der Kirche grundlegend verändern wird.

Blut und Rosen
Durch Bilder ausgelöste Lust wird hier sehr eindrücklich beschrieben, wobei geschichtliche Hintergründe eingewoben sind und den Leser mit einem Schrecken zurücklassen.

Die Jägerin
Obwohl recht oberflächlich und ohne tiefgründige Erläuterungen gehalten, gewährt die von der Herausgeberin beigesteuerte Geschichte gehaltvoll an erotischer Atmosphäre Einblicke in die Szene von Dominant und Devot.

Schwarze Schmetterlinge
Vor einer winterlichen Kulisse wird hier Erotik mit wunderbar phantastischen Bildern verbunden – diese Geschichte bietet Stoff für einen ganzen Roman.

Die Hurenkönigin Lebesia
Ein armer Bauer verfällt seinen menschlichen und männlichen Trieben, entkommt dem Wahnsinn nicht und verliert am Ende alles, was ihm lieb und teuer ist. Die Frage, die am Ende übrig ist, hallt im Kopf des Lesers nach: Wie viel ist die sexuelle Erfüllung wirklich wert?

In weiteren Geschichten werden düstere Hintergründe mit Fabelwesen und anderen phantastischen Elementen verwoben, Einblicke in vielleicht noch unbekannte Möglichkeiten gegeben und Neugier geweckt.
Gemeinsam mit den wunderschönen Grafiken, die Crossvalley Smith zu jeder einzelnen Geschichte geliefert hat, stellt Schattenversuchungen eine Sammlung hochwertiger Texte mit brisantem, aber angenehm verpacktem Inhalt dar.



Fazit

Wer harten und schnellen Sex in ungenierter Beschreibung sucht, der sollte Schattenversuchungen schnell wieder aus der Hand legen. Facettenliebhaber jedoch und solche, die es werden wollen, finden in dieser Anthologie viele Möglichkeiten der Erotik und Lust, verbunden mit ansprechenden Grafiken und phantastischen Elementen.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Grafiken: 5/5
Preis/Leistung: 4/5



Bionda, Alisha (Hrsg.): Höllische Weihnachten